Das Problem in Zahlen
Warum du deinen Arbeitsvertrag lesen solltest
Ein Arbeitsvertrag ist kein Formular zum Abhaken. Er bestimmt dein Arbeitsleben für Jahre.
Rechtlich bindend
Was du unterschreibst, gilt. Nachverhandeln ist nach der Unterschrift kaum möglich.
Versteckte Pflichten
Überstundenklauseln, Versetzungsrechte, Nebentätigkeitsverbote – viele Pflichten verstecken sich im Kleingedruckten.
Unwirksame Klauseln erkennen
Viele Klauseln sind rechtlich unwirksam. Wenn du das weißt, musst du sie nicht befolgen.
Vor der Unterschrift verhandeln
Gehalt, Urlaub, Home-Office – vieles ist verhandelbar. Aber nur, bevor du unterschreibst.
Die 10 wichtigsten Klauseln im Arbeitsvertrag
Diese Klauseln solltest du besonders aufmerksam lesen und verstehen:
Gehalt und Vergütung
Neben dem Grundgehalt: Gibt es Boni, Provisionen oder Sonderzahlungen? Wann werden sie fällig? Unter welchen Bedingungen können sie gestrichen werden?
Tipp: Prüfe, ob Sonderzahlungen an Bedingungen geknüpft sind (z.B. 'ungekündigt am Stichtag').
Arbeitszeit
Die gesetzliche Höchstarbeitszeit beträgt 8 Stunden täglich (48h/Woche). Viele Verträge enthalten Klauseln zu Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit oder Schichtarbeit.
Tipp: Achte auf 'Vertrauensarbeitszeit' – das kann bedeuten, dass Überstunden nicht erfasst werden.
Überstunden
Hier lauern die meisten Fallen. Klauseln wie 'Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten' können unwirksam sein – müssen aber nicht.
Tipp: Prüfe, ob eine Obergrenze genannt wird. Ohne Grenze ist die Klausel meist unwirksam.
Urlaub
Gesetzlicher Mindesturlaub: 24 Werktage (bei 6-Tage-Woche) bzw. 20 Arbeitstage (bei 5-Tage-Woche). Viele Arbeitgeber geben mehr.
Tipp: Achte auf Verfallsklauseln – nicht genommener Urlaub kann unter Umständen verfallen.
Probezeit
In der Probezeit (max. 6 Monate) gilt eine verkürzte Kündigungsfrist von 2 Wochen. Danach gelten die normalen Fristen.
Tipp: Prüfe die genaue Dauer. Manche Verträge verlängern die Probezeit bei Krankheit.
Kündigungsfristen
Die gesetzliche Grundkündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum 15. oder Monatsende. Längere Fristen sind möglich, aber für beide Seiten gleich.
Tipp: Längere Fristen binden dich länger. Prüfe, ob die Frist für beide Seiten gilt.
Wettbewerbsverbot
Nach der Kündigung: Darfst du zur Konkurrenz wechseln? Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot muss mit einer Entschädigung (Karenzentschädigung) verbunden sein.
Tipp: Ohne Karenzentschädigung (mind. 50% des letzten Gehalts) ist das Verbot unwirksam.
Nebentätigkeit
Viele Verträge verbieten oder beschränken Nebenjobs. Ein generelles Verbot ist aber oft unwirksam.
Tipp: Du musst Nebentätigkeiten anzeigen, wenn sie deine Haupttätigkeit beeinträchtigen könnten.
Versetzungsklausel
Kann der Arbeitgeber dich an einen anderen Ort oder in eine andere Position versetzen? Prüfe die Grenzen.
Tipp: Eine Versetzung muss zumutbar sein. Achte auf geografische Einschränkungen.
Geheimhaltung
Schweigepflichten über Geschäftsgeheimnisse sind üblich und oft auch nach Vertragsende gültig.
Tipp: Prüfe den Umfang – zu weite Klauseln können deine Karriere behindern.
So sieht das Ergebnis aus
Klaro übersetzt Vertragsklauseln in einfache Sprache – hier echte Beispiele:
Original im Vertrag
§ 4 Arbeitszeit – Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, im Rahmen der betrieblichen Erfordernisse Mehrarbeit zu leisten. Die ersten 10 Überstunden pro Monat sind mit dem vereinbarten Bruttogehalt abgegolten. Darüber hinausgehende Überstunden werden nach vorheriger Genehmigung durch den Vorgesetzten vergütet oder durch Freizeitausgleich abgegolten.
Klaro übersetzt
Du musst Überstunden machen, wenn die Firma es braucht. Die ersten 10 Überstunden pro Monat sind mit deinem Gehalt bereits bezahlt. Wenn du mehr machst, bekommst du das nur bezahlt, wenn dein Chef das vorher genehmigt hat – oder du bekommst die Zeit als Freizeit zurück.
Was bedeutet das? Das bedeutet: Du machst pro Monat bis zu 10 Überstunden kostenlos. Danach brauchst du immer vorher eine Genehmigung, sonst gehen weitere Überstunden auch unbezahlt. Ohne Genehmigung kannst du dein Geld nur schwer zurückfordern.
Original im Vertrag
§ 12 Wettbewerbsverbot – Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, für die Dauer von 12 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht für ein Konkurrenzunternehmen tätig zu werden. Ein Konkurrenzunternehmen ist jedes Unternehmen, das in direktem oder indirektem Wettbewerb zum Arbeitgeber steht. Für die Dauer des Wettbewerbsverbots zahlt der Arbeitgeber eine Karenzentschädigung in Höhe von 50% der zuletzt bezogenen Vergütung.
Klaro übersetzt
Nach Ende des Jobs darfst du 12 Monate lang nicht für die Konkurrenz arbeiten. Konkurrenz bedeutet hier: Jede Firma, die das Gleiche oder Ähnliches macht wie dein jetziger Arbeitgeber. Dafür bekommst du aber ein Jahr lang Geld – die Hälfte von deinem letzten Gehalt.
Was bedeutet das? Das bedeutet: Du bist ein Jahr nach Jobende eingeschränkt, wo du arbeiten darfst. Du bekommst dafür 50% deines Gehalts als Entschädigung. Ohne diese Zahlung wäre das Verbot ungültig.
So funktioniert Klaro: Du lädst deinen Vertrag hoch und bekommst sofort alle Klauseln übersetzt – kurz, verständlich und auf Deutsch.
10 häufig unwirksame Klauseln
Diese Klauseln wurden von Gerichten in der Vergangenheit für unwirksam erklärt. Ob das auf deinen konkreten Fall zutrifft, hängt von den Umständen ab.
Gut zu wissen: Gut zu wissen: Gerichte haben solche Klauseln wiederholt für unwirksam erklärt. Klaro hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen – so kannst du selbst einschätzen, ob du weitere Hilfe brauchst.
Unbegrenzte Überstunden-Abgeltung
'Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten' – ohne Obergrenze meist unwirksam.
Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung
Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung ist unwirksam.
Überhöhte Vertragsstrafe
Vertragsstrafen, die höher als ein Monatsgehalt sind, sind in der Regel unwirksam.
Einseitig kürzere Kündigungsfrist
Wenn nur der Arbeitgeber kürzer kündigen darf, ist das unwirksam.
Zu kurze Ausschlussfristen
Ansprüche müssen innerhalb von mindestens 3 Monaten geltend gemacht werden können.
Kürzung unter Mindesturlaub
Der gesetzliche Mindesturlaub darf nicht unterschritten werden – auch nicht bei Kündigung.
Generelles Nebentätigkeitsverbot
Ein pauschales Verbot aller Nebenjobs ist unwirksam. Nur konkurrierende Tätigkeiten dürfen verboten werden.
Kürzung bei Krankheit
Klauseln, die Sonderzahlungen bei Krankheit kürzen, sind oft unwirksam.
Überhöhte Rückzahlungsklauseln
Fortbildungskosten dürfen nur anteilig zurückgefordert werden – nicht pauschal.
Uneingeschränkte Versetzungsklausel
'Der Arbeitgeber kann Sie jederzeit an jeden Ort versetzen' – ohne Grenzen unwirksam.
Was du vor der Unterschrift tun solltest
Nimm dir Zeit vor der Unterschrift. Ein seriöser Arbeitgeber versteht das.
Vertrag vollständig lesen
Lies den gesamten Vertrag, nicht nur die erste Seite. Wichtige Klauseln stehen oft am Ende.
Kritische Klauseln prüfen
Prüfe besonders: Überstunden, Kündigungsfristen, Wettbewerbsverbot, Versetzungsklauseln.
Gehalt vergleichen
Recherchiere, was in deiner Branche und Position üblich ist. Portale wie Glassdoor oder Kununu helfen.
Verhandeln
Gehalt, Urlaub, Home-Office, Arbeitszeit – vieles ist verhandelbar. Frag nach Spielraum.
Zeit nehmen
Lass dich nicht unter Druck setzen. Bitte um ein paar Tage Bedenkzeit.
Hilfe holen
Bei Unsicherheiten: Gewerkschaft, Verbraucherzentrale oder Klaro nutzen.
Was kostet eine Vertragsprüfung?
Ein Arbeitsvertrag sollte vor der Unterschrift geprüft werden. Aber was kostet das?
Fachanwalt Arbeitsrecht
Gründliche juristische Prüfung, aber teuer und oft mit Wartezeit verbunden.
Gewerkschaft
Als Mitglied kostenlose Rechtsberatung. Aber du musst erst eintreten.
Klaro
Sofortige KI-Übersetzung in verständliche Sprache. Keine Anmeldung, keine Wartezeit.
Klaro ersetzt keine Rechtsberatung – aber hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen, bevor du unterschreibst.
