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Arbeitsvertrag verstehen

80% aller Arbeitsverträge enthalten problematische Klauseln – erkennst du sie?

Ein Arbeitsvertrag regelt dein Einkommen, deine Arbeitszeit und deine Rechte für Jahre. Trotzdem unterschreiben die meisten Menschen, ohne jede Klausel zu verstehen. Das Problem: Überstundenregelungen, Wettbewerbsverbote oder versteckte Versetzungsklauseln können dich teuer zu stehen kommen. Dieser Ratgeber zeigt dir, worauf du achten musst – und welche Klauseln du hinterfragen solltest.

Das Problem in Zahlen

80%
aller Arbeitsverträge enthalten problematische Klauseln
47%
der Arbeitnehmer machen unbezahlte Überstunden
150-400€
kostet eine Anwaltsprüfung – bei uns kostenlos

Warum du deinen Arbeitsvertrag lesen solltest

Ein Arbeitsvertrag ist kein Formular zum Abhaken. Er bestimmt dein Arbeitsleben für Jahre.

Rechtlich bindend

Was du unterschreibst, gilt. Nachverhandeln ist nach der Unterschrift kaum möglich.

Versteckte Pflichten

Überstundenklauseln, Versetzungsrechte, Nebentätigkeitsverbote – viele Pflichten verstecken sich im Kleingedruckten.

Unwirksame Klauseln erkennen

Viele Klauseln sind rechtlich unwirksam. Wenn du das weißt, musst du sie nicht befolgen.

Vor der Unterschrift verhandeln

Gehalt, Urlaub, Home-Office – vieles ist verhandelbar. Aber nur, bevor du unterschreibst.

Die 10 wichtigsten Klauseln im Arbeitsvertrag

Diese Klauseln solltest du besonders aufmerksam lesen und verstehen:

Gehalt und Vergütung

Neben dem Grundgehalt: Gibt es Boni, Provisionen oder Sonderzahlungen? Wann werden sie fällig? Unter welchen Bedingungen können sie gestrichen werden?

Tipp: Prüfe, ob Sonderzahlungen an Bedingungen geknüpft sind (z.B. 'ungekündigt am Stichtag').

Arbeitszeit

Die gesetzliche Höchstarbeitszeit beträgt 8 Stunden täglich (48h/Woche). Viele Verträge enthalten Klauseln zu Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit oder Schichtarbeit.

Tipp: Achte auf 'Vertrauensarbeitszeit' – das kann bedeuten, dass Überstunden nicht erfasst werden.

Überstunden

Hier lauern die meisten Fallen. Klauseln wie 'Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten' können unwirksam sein – müssen aber nicht.

Tipp: Prüfe, ob eine Obergrenze genannt wird. Ohne Grenze ist die Klausel meist unwirksam.

Urlaub

Gesetzlicher Mindesturlaub: 24 Werktage (bei 6-Tage-Woche) bzw. 20 Arbeitstage (bei 5-Tage-Woche). Viele Arbeitgeber geben mehr.

Tipp: Achte auf Verfallsklauseln – nicht genommener Urlaub kann unter Umständen verfallen.

Probezeit

In der Probezeit (max. 6 Monate) gilt eine verkürzte Kündigungsfrist von 2 Wochen. Danach gelten die normalen Fristen.

Tipp: Prüfe die genaue Dauer. Manche Verträge verlängern die Probezeit bei Krankheit.

Kündigungsfristen

Die gesetzliche Grundkündigungsfrist beträgt 4 Wochen zum 15. oder Monatsende. Längere Fristen sind möglich, aber für beide Seiten gleich.

Tipp: Längere Fristen binden dich länger. Prüfe, ob die Frist für beide Seiten gilt.

Wettbewerbsverbot

Nach der Kündigung: Darfst du zur Konkurrenz wechseln? Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot muss mit einer Entschädigung (Karenzentschädigung) verbunden sein.

Tipp: Ohne Karenzentschädigung (mind. 50% des letzten Gehalts) ist das Verbot unwirksam.

Nebentätigkeit

Viele Verträge verbieten oder beschränken Nebenjobs. Ein generelles Verbot ist aber oft unwirksam.

Tipp: Du musst Nebentätigkeiten anzeigen, wenn sie deine Haupttätigkeit beeinträchtigen könnten.

Versetzungsklausel

Kann der Arbeitgeber dich an einen anderen Ort oder in eine andere Position versetzen? Prüfe die Grenzen.

Tipp: Eine Versetzung muss zumutbar sein. Achte auf geografische Einschränkungen.

Geheimhaltung

Schweigepflichten über Geschäftsgeheimnisse sind üblich und oft auch nach Vertragsende gültig.

Tipp: Prüfe den Umfang – zu weite Klauseln können deine Karriere behindern.

So sieht das Ergebnis aus

Klaro übersetzt Vertragsklauseln in einfache Sprache – hier echte Beispiele:

Beispiel: Überstundenregelung

Original im Vertrag

§ 4 Arbeitszeit – Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, im Rahmen der betrieblichen Erfordernisse Mehrarbeit zu leisten. Die ersten 10 Überstunden pro Monat sind mit dem vereinbarten Bruttogehalt abgegolten. Darüber hinausgehende Überstunden werden nach vorheriger Genehmigung durch den Vorgesetzten vergütet oder durch Freizeitausgleich abgegolten.

Klaro übersetzt

Du musst Überstunden machen, wenn die Firma es braucht. Die ersten 10 Überstunden pro Monat sind mit deinem Gehalt bereits bezahlt. Wenn du mehr machst, bekommst du das nur bezahlt, wenn dein Chef das vorher genehmigt hat – oder du bekommst die Zeit als Freizeit zurück.

Was bedeutet das? Das bedeutet: Du machst pro Monat bis zu 10 Überstunden kostenlos. Danach brauchst du immer vorher eine Genehmigung, sonst gehen weitere Überstunden auch unbezahlt. Ohne Genehmigung kannst du dein Geld nur schwer zurückfordern.

Beispiel: Nachvertragliches Wettbewerbsverbot

Original im Vertrag

§ 12 Wettbewerbsverbot – Der Arbeitnehmer verpflichtet sich, für die Dauer von 12 Monaten nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht für ein Konkurrenzunternehmen tätig zu werden. Ein Konkurrenzunternehmen ist jedes Unternehmen, das in direktem oder indirektem Wettbewerb zum Arbeitgeber steht. Für die Dauer des Wettbewerbsverbots zahlt der Arbeitgeber eine Karenzentschädigung in Höhe von 50% der zuletzt bezogenen Vergütung.

Klaro übersetzt

Nach Ende des Jobs darfst du 12 Monate lang nicht für die Konkurrenz arbeiten. Konkurrenz bedeutet hier: Jede Firma, die das Gleiche oder Ähnliches macht wie dein jetziger Arbeitgeber. Dafür bekommst du aber ein Jahr lang Geld – die Hälfte von deinem letzten Gehalt.

Was bedeutet das? Das bedeutet: Du bist ein Jahr nach Jobende eingeschränkt, wo du arbeiten darfst. Du bekommst dafür 50% deines Gehalts als Entschädigung. Ohne diese Zahlung wäre das Verbot ungültig.

So funktioniert Klaro: Du lädst deinen Vertrag hoch und bekommst sofort alle Klauseln übersetzt – kurz, verständlich und auf Deutsch.

10 häufig unwirksame Klauseln

Diese Klauseln wurden von Gerichten in der Vergangenheit für unwirksam erklärt. Ob das auf deinen konkreten Fall zutrifft, hängt von den Umständen ab.

Gut zu wissen: Gut zu wissen: Gerichte haben solche Klauseln wiederholt für unwirksam erklärt. Klaro hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen – so kannst du selbst einschätzen, ob du weitere Hilfe brauchst.

Unbegrenzte Überstunden-Abgeltung

'Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten' – ohne Obergrenze meist unwirksam.

Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung

Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung ist unwirksam.

Überhöhte Vertragsstrafe

Vertragsstrafen, die höher als ein Monatsgehalt sind, sind in der Regel unwirksam.

Einseitig kürzere Kündigungsfrist

Wenn nur der Arbeitgeber kürzer kündigen darf, ist das unwirksam.

Zu kurze Ausschlussfristen

Ansprüche müssen innerhalb von mindestens 3 Monaten geltend gemacht werden können.

Kürzung unter Mindesturlaub

Der gesetzliche Mindesturlaub darf nicht unterschritten werden – auch nicht bei Kündigung.

Generelles Nebentätigkeitsverbot

Ein pauschales Verbot aller Nebenjobs ist unwirksam. Nur konkurrierende Tätigkeiten dürfen verboten werden.

Kürzung bei Krankheit

Klauseln, die Sonderzahlungen bei Krankheit kürzen, sind oft unwirksam.

Überhöhte Rückzahlungsklauseln

Fortbildungskosten dürfen nur anteilig zurückgefordert werden – nicht pauschal.

Uneingeschränkte Versetzungsklausel

'Der Arbeitgeber kann Sie jederzeit an jeden Ort versetzen' – ohne Grenzen unwirksam.

Was du vor der Unterschrift tun solltest

Nimm dir Zeit vor der Unterschrift. Ein seriöser Arbeitgeber versteht das.

1

Vertrag vollständig lesen

Lies den gesamten Vertrag, nicht nur die erste Seite. Wichtige Klauseln stehen oft am Ende.

2

Kritische Klauseln prüfen

Prüfe besonders: Überstunden, Kündigungsfristen, Wettbewerbsverbot, Versetzungsklauseln.

3

Gehalt vergleichen

Recherchiere, was in deiner Branche und Position üblich ist. Portale wie Glassdoor oder Kununu helfen.

4

Verhandeln

Gehalt, Urlaub, Home-Office, Arbeitszeit – vieles ist verhandelbar. Frag nach Spielraum.

5

Zeit nehmen

Lass dich nicht unter Druck setzen. Bitte um ein paar Tage Bedenkzeit.

6

Hilfe holen

Bei Unsicherheiten: Gewerkschaft, Verbraucherzentrale oder Klaro nutzen.

Was kostet eine Vertragsprüfung?

Ein Arbeitsvertrag sollte vor der Unterschrift geprüft werden. Aber was kostet das?

Fachanwalt Arbeitsrecht

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Gründliche juristische Prüfung, aber teuer und oft mit Wartezeit verbunden.

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Als Mitglied kostenlose Rechtsberatung. Aber du musst erst eintreten.

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Sofortige KI-Übersetzung in verständliche Sprache. Keine Anmeldung, keine Wartezeit.

Klaro ersetzt keine Rechtsberatung – aber hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen, bevor du unterschreibst.

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Häufige Fragen zum Arbeitsvertrag

Muss ich Überstunden machen?

Nur wenn es im Arbeitsvertrag steht oder betrieblich dringend notwendig ist. Die Klausel 'Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten' ist nur wirksam, wenn eine Obergrenze genannt wird (z.B. 10 Stunden/Monat).

Was gilt in der Probezeit?

In der Probezeit (max. 6 Monate) kannst du mit 2 Wochen Frist gekündigt werden – ohne Angabe von Gründen. Auch du kannst schneller kündigen. Danach gilt der volle Kündigungsschutz.

Wie viel Urlaub steht mir zu?

Mindestens 20 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche (gesetzlicher Anspruch). Viele Arbeitgeber geben 25-30 Tage. Achte darauf, ob Sonderurlaub (z.B. bei Hochzeit) im Vertrag geregelt ist.

Wie lange ist meine Kündigungsfrist?

Die gesetzliche Grundkündigungsfrist ist 4 Wochen zum 15. oder Monatsende. Längere Fristen können vereinbart werden, müssen aber für beide Seiten gleich sein.

Darf ich einen Nebenjob haben?

Grundsätzlich ja, solange er nicht mit deiner Haupttätigkeit konkurriert oder dich so erschöpft, dass du deine Arbeit nicht mehr schaffst. Oft musst du den Nebenjob anzeigen.

Was bedeutet ein Wettbewerbsverbot?

Nach der Kündigung darfst du für eine bestimmte Zeit nicht zur Konkurrenz. Dafür muss der Arbeitgeber eine Karenzentschädigung zahlen (mind. 50% deines letzten Gehalts). Ohne Zahlung ist das Verbot unwirksam.

Habe ich ein Recht auf Home-Office?

Nein, es gibt kein gesetzliches Recht auf Home-Office. Was im Vertrag steht, gilt. Verhandle Home-Office-Regelungen vor der Unterschrift.

Wann muss mein Gehalt gezahlt werden?

Gesetzlich nach Ablauf des Monats. Viele Verträge sehen die Zahlung zum Monatsende oder zum 15. vor. Prüfe den genauen Termin und ob es Ausschlussklauseln für verspätete Reklamation gibt.

Muss ich Fortbildungskosten zurückzahlen?

Rückzahlungsklauseln sind nur wirksam, wenn sie verhältnismäßig sind. Die Bindungsdauer darf max. 3-5 Jahre betragen, und die Rückzahlung muss sich mit jedem Monat reduzieren.

Was passiert bei Krankheit?

Du erhältst 6 Wochen lang dein volles Gehalt vom Arbeitgeber (Lohnfortzahlung). Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld (ca. 70% des Brutto). Klauseln, die bei Krankheit Boni kürzen, sind oft unwirksam.

Hinweis: Klaro übersetzt deinen Arbeitsvertrag in verständliche Sprache. Dies ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten rechtlichen Fragen wende dich an eine Gewerkschaft oder einen Rechtsanwalt.