Das Problem in Zahlen
Warum du deinen Mietvertrag lesen solltest
Ein Widerrufsrecht gibt es bei Mietverträgen nicht. Ist der Vertrag unterschrieben, gilt er – auch wenn du es später bereust.
Kein Widerrufsrecht
Anders als bei Online-Käufen kannst du einen Mietvertrag nicht widerrufen. Nach der Unterschrift bist du gebunden.
Versteckte Kosten
Schönheitsreparaturen, Kleinreparaturen, Gartenpflege – viele Kosten werden erst durch genaues Lesen sichtbar.
Unwirksame Klauseln erkennen
Viele Klauseln sind rechtlich unwirksam. Wenn du das weißt, musst du sie nicht befolgen – auch wenn du unterschrieben hast.
Vor der Unterschrift verhandeln
Viele Vermieter sind offen für Änderungen. Aber nur, wenn du vor der Unterschrift fragst.
Die wichtigsten Klauseln im Mietvertrag
Diese Klauseln solltest du besonders aufmerksam lesen und verstehen:
Miethöhe und Zusammensetzung
Die Miete besteht aus Kaltmiete und Nebenkosten. Achte darauf, was in den Nebenkosten enthalten ist und ob es eine Staffelmiete oder Indexmiete gibt.
Tipp: Prüfe, ob Heizkosten in den Nebenkosten enthalten sind oder separat abgerechnet werden.
Kaution
Die Kaution darf maximal drei Nettokaltmieten betragen. Du kannst sie in drei Raten zahlen.
Tipp: Dokumentiere den Zustand der Wohnung bei Einzug mit Fotos und Übergabeprotokoll.
Kündigungsfristen
Die gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter beträgt 3 Monate. Für Vermieter verlängert sie sich je nach Mietdauer.
Tipp: Achte auf Mindestmietzeiten oder Kündigungsverzichte – diese können deine Flexibilität einschränken.
Schönheitsreparaturen
Hierzu zählen Streichen, Tapezieren und ähnliche Arbeiten. Viele Klauseln hierzu sind unwirksam.
Tipp: Starre Fristen wie 'alle 3 Jahre streichen' sind unwirksam. Prüfe die genaue Formulierung.
Nebenkosten (Betriebskosten)
Welche Nebenkosten auf dich umgelegt werden, muss im Vertrag stehen. Nur die 17 Positionen der Betriebskostenverordnung sind zulässig.
Tipp: Vergleiche die Vorauszahlung mit dem Durchschnittsverbrauch der Vormieter.
Tierhaltung
Kleintiere wie Hamster oder Fische sind immer erlaubt. Für Hunde und Katzen braucht es oft eine Erlaubnis.
Tipp: Ein generelles Verbot von Hunden und Katzen ist unwirksam. Der Vermieter darf aber im Einzelfall ablehnen.
Untervermietung
Ohne Erlaubnis des Vermieters darfst du nicht untervermieten. Bei berechtigtem Interesse muss er aber zustimmen.
Tipp: Kläre vor Einzug, ob gelegentliche Airbnb-Vermietung erlaubt ist.
Wohnungszustand und Übergabe
Das Übergabeprotokoll dokumentiert den Zustand bei Einzug. Bei Auszug wird verglichen.
Tipp: Bestehe auf ein detailliertes Übergabeprotokoll mit Fotos.
So sieht das Ergebnis aus
Klaro übersetzt Vertragsklauseln in einfache Sprache – hier ein echtes Beispiel:
Original im Vertrag
Der Mieter ist verpflichtet, die Schönheitsreparaturen in den Mieträumen auf eigene Kosten durchzuführen. Die Schönheitsreparaturen umfassen das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Heizkörper einschließlich Heizrohre, der Innentüren sowie der Fenster und Außentüren von innen. Die Arbeiten sind fachgerecht auszuführen. Bei Beendigung des Mietverhältnisses sind die Schönheitsreparaturen auch dann auszuführen, wenn der Zeitpunkt der turnusmäßigen Renovierung noch nicht erreicht ist, jedoch nur im Verhältnis der seit der letzten Renovierung verstrichenen Zeit zu den in Satz 5 genannten Fristen (quotenmäßige Abgeltung). Die Renovierungsfristen betragen für Küchen, Bäder und Duschen 3 Jahre, für Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten 5 Jahre und für sonstige Nebenräume 7 Jahre.
Klaro übersetzt
Du musst die Wohnung selbst renovieren (Wände, Decken, Böden, Heizkörper, Türen, Fenster streichen). Beim Auszug zahlst du anteilig für Renovierungen – je nachdem wie lange du drin gewohnt hast.
Original im Vertrag
Der Mieter leistet bei Vertragsbeginn eine Mietsicherheit in Höhe von drei Monatskaltmieten. Der Vermieter ist berechtigt, die Kaution auf ein Sonderkonto anzulegen, das von seinem Vermögen getrennt zu führen ist. Die Zinsen stehen dem Mieter zu und erhöhen die Sicherheit. Nach Beendigung des Mietverhältnisses und vollständiger Erfüllung aller Verpflichtungen des Mieters wird die Kaution zurückgezahlt, wobei der Vermieter berechtigt ist, einen angemessenen Teil der Kaution bis zur Abrechnung der Betriebskosten einzubehalten.
Klaro übersetzt
Du zahlst 3 Monatsmieten als Kaution. Das Geld kommt auf ein Extra-Konto, die Zinsen gehören dir. Nach dem Auszug bekommst du die Kaution zurück – der Vermieter darf einen Teil bis zur Nebenkostenabrechnung behalten.
So funktioniert Klaro: Du lädst deinen Vertrag hoch und bekommst sofort alle Klauseln übersetzt – kurz, verständlich und auf Deutsch.
Vorsicht bei Indexmiete
Die Indexmiete klingt fair – kann aber teuer werden.
Bei einer Indexmiete steigt deine Miete automatisch mit der Inflation. Das Problem: Es gibt keine Kappungsgrenze wie bei normalen Mieterhöhungen (maximal 20% in 3 Jahren).
Achtung: In den letzten Jahren sind Indexmieten durch die hohe Inflation um 15-20% gestiegen – deutlich mehr als bei normalen Mietverträgen.
Tipp: Wenn möglich, verhandle eine normale Miete ohne Index-Bindung. Die Bundesregierung plant zwar eine Regulierung, aber bis dahin trägst du als Mieter das volle Inflationsrisiko.
10 häufig unwirksame Klauseln
Diese Klauseln wurden von Gerichten in der Vergangenheit für unwirksam erklärt. Ob das auf deinen konkreten Fall zutrifft, hängt von den Umständen ab. Klaro hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen – bei Unsicherheiten empfehlen wir, rechtliche Beratung einzuholen.
Gut zu wissen: Gut zu wissen: Gerichte haben solche Klauseln wiederholt für unwirksam erklärt. Klaro hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen – so kannst du selbst einschätzen, ob du weitere Hilfe brauchst.
Quotenabgeltungsklausel
Du sollst anteilig für Schönheitsreparaturen zahlen, auch wenn du unrenoviert eingezogen bist? Das ist unwirksam.
Starre Renovierungsfristen
'Alle 3 Jahre Küche streichen' – solche starren Fristen ohne Berücksichtigung des tatsächlichen Zustands sind unwirksam.
Professionelle Endreinigung
Die Pflicht, einen professionellen Reinigungsdienst zu beauftragen, ist unwirksam. Du darfst selbst gründlich reinigen.
Generelles Tierverbot
Ein pauschales Verbot aller Haustiere ist unwirksam. Kleintiere sind immer erlaubt, bei Hunden/Katzen gilt Einzelfallprüfung.
Besuchsverbot
Klauseln, die Übernachtungsbesuche verbieten oder einschränken, sind unwirksam.
Kündigungsverzicht über 4 Jahre
Ein Kündigungsverzicht für mehr als 4 Jahre ist unwirksam. Du kannst nach 4 Jahren normal kündigen.
Vertragsstrafen
Klauseln, die bei Vertragsverletzung automatisch Geldstrafen vorsehen, sind in Mietverträgen unwirksam.
Verzicht auf Kautionszinsen
Die Kaution muss verzinslich angelegt werden. Ein Verzicht darauf ist unwirksam.
Automatische Mieterhöhung ohne Limit
Mieterhöhungen müssen gesetzliche Grenzen einhalten. Unbegrenzte automatische Erhöhungen sind unwirksam.
Haftungsausschluss des Vermieters
Der Vermieter kann seine Haftung für Mängel nicht pauschal ausschließen.
Was du vor der Unterschrift tun solltest
Nimm dir Zeit vor der Unterschrift. Ein guter Vermieter versteht das.
Vertrag vollständig lesen
Lies den gesamten Vertrag, nicht nur die erste Seite. Die wichtigen Klauseln stehen oft am Ende.
Kritische Klauseln prüfen
Prüfe besonders: Schönheitsreparaturen, Kaution, Kündigungsfristen, Nebenkosten.
Fragen stellen
Wenn du etwas nicht verstehst, frag nach. Ein seriöser Vermieter erklärt gerne.
Verhandeln
Formulierungen können angepasst werden. Besonders bei Schönheitsreparaturen lohnt sich das Nachfragen.
Zeit nehmen
Lass dich nicht unter Druck setzen. Du hast das Recht, den Vertrag mit nach Hause zu nehmen.
Hilfe holen
Bei Unsicherheiten: Mieterverein, Verbraucherzentrale oder Klaro nutzen.
Was kostet eine Vertragsprüfung?
Ein Mietvertrag sollte vor der Unterschrift geprüft werden. Aber was kostet das?
Anwalt für Mietrecht
Gründliche juristische Prüfung, aber teuer und oft mehrere Tage Wartezeit.
Mieterverein
Günstiger, aber du musst Mitglied werden. Wartezeit für Termine üblich.
Klaro
Sofortige KI-Übersetzung in verständliche Sprache. Keine Anmeldung, keine Wartezeit.
Klaro ersetzt keine Rechtsberatung – aber hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen, bevor du unterschreibst.
