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Mietvertrag verstehen

90% aller Mietverträge enthalten unwirksame Klauseln – erkennst du sie?

Der Deutsche Mieterbund schätzt: 9 von 10 Mietverträgen in Deutschland enthalten mindestens eine unwirksame Klausel. Bei zwei Dritteln aller Wohnungen ist sogar die Wohnfläche falsch angegeben. Ein Mietvertrag ist oft 10 Seiten lang und voller Fachbegriffe – wer nicht genau hinschaut, zahlt drauf: bei Schönheitsreparaturen, Kautionsabzügen oder überraschenden Kündigungsfristen.

Das Problem in Zahlen

90%
aller Mietverträge enthalten unwirksame Klauseln
2/3
aller Wohnungen haben falsche Flächenangaben
100-300€
kostet eine Anwaltsprüfung – bei uns kostenlos

Warum du deinen Mietvertrag lesen solltest

Ein Widerrufsrecht gibt es bei Mietverträgen nicht. Ist der Vertrag unterschrieben, gilt er – auch wenn du es später bereust.

Kein Widerrufsrecht

Anders als bei Online-Käufen kannst du einen Mietvertrag nicht widerrufen. Nach der Unterschrift bist du gebunden.

Versteckte Kosten

Schönheitsreparaturen, Kleinreparaturen, Gartenpflege – viele Kosten werden erst durch genaues Lesen sichtbar.

Unwirksame Klauseln erkennen

Viele Klauseln sind rechtlich unwirksam. Wenn du das weißt, musst du sie nicht befolgen – auch wenn du unterschrieben hast.

Vor der Unterschrift verhandeln

Viele Vermieter sind offen für Änderungen. Aber nur, wenn du vor der Unterschrift fragst.

Die wichtigsten Klauseln im Mietvertrag

Diese Klauseln solltest du besonders aufmerksam lesen und verstehen:

Miethöhe und Zusammensetzung

Die Miete besteht aus Kaltmiete und Nebenkosten. Achte darauf, was in den Nebenkosten enthalten ist und ob es eine Staffelmiete oder Indexmiete gibt.

Tipp: Prüfe, ob Heizkosten in den Nebenkosten enthalten sind oder separat abgerechnet werden.

Kaution

Die Kaution darf maximal drei Nettokaltmieten betragen. Du kannst sie in drei Raten zahlen.

Tipp: Dokumentiere den Zustand der Wohnung bei Einzug mit Fotos und Übergabeprotokoll.

Kündigungsfristen

Die gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter beträgt 3 Monate. Für Vermieter verlängert sie sich je nach Mietdauer.

Tipp: Achte auf Mindestmietzeiten oder Kündigungsverzichte – diese können deine Flexibilität einschränken.

Schönheitsreparaturen

Hierzu zählen Streichen, Tapezieren und ähnliche Arbeiten. Viele Klauseln hierzu sind unwirksam.

Tipp: Starre Fristen wie 'alle 3 Jahre streichen' sind unwirksam. Prüfe die genaue Formulierung.

Nebenkosten (Betriebskosten)

Welche Nebenkosten auf dich umgelegt werden, muss im Vertrag stehen. Nur die 17 Positionen der Betriebskostenverordnung sind zulässig.

Tipp: Vergleiche die Vorauszahlung mit dem Durchschnittsverbrauch der Vormieter.

Tierhaltung

Kleintiere wie Hamster oder Fische sind immer erlaubt. Für Hunde und Katzen braucht es oft eine Erlaubnis.

Tipp: Ein generelles Verbot von Hunden und Katzen ist unwirksam. Der Vermieter darf aber im Einzelfall ablehnen.

Untervermietung

Ohne Erlaubnis des Vermieters darfst du nicht untervermieten. Bei berechtigtem Interesse muss er aber zustimmen.

Tipp: Kläre vor Einzug, ob gelegentliche Airbnb-Vermietung erlaubt ist.

Wohnungszustand und Übergabe

Das Übergabeprotokoll dokumentiert den Zustand bei Einzug. Bei Auszug wird verglichen.

Tipp: Bestehe auf ein detailliertes Übergabeprotokoll mit Fotos.

So sieht das Ergebnis aus

Klaro übersetzt Vertragsklauseln in einfache Sprache – hier ein echtes Beispiel:

Beispiel: Schönheitsreparaturen

Original im Vertrag

Der Mieter ist verpflichtet, die Schönheitsreparaturen in den Mieträumen auf eigene Kosten durchzuführen. Die Schönheitsreparaturen umfassen das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken der Wände und Decken, das Streichen der Fußböden, Heizkörper einschließlich Heizrohre, der Innentüren sowie der Fenster und Außentüren von innen. Die Arbeiten sind fachgerecht auszuführen. Bei Beendigung des Mietverhältnisses sind die Schönheitsreparaturen auch dann auszuführen, wenn der Zeitpunkt der turnusmäßigen Renovierung noch nicht erreicht ist, jedoch nur im Verhältnis der seit der letzten Renovierung verstrichenen Zeit zu den in Satz 5 genannten Fristen (quotenmäßige Abgeltung). Die Renovierungsfristen betragen für Küchen, Bäder und Duschen 3 Jahre, für Wohn- und Schlafräume, Flure, Dielen und Toiletten 5 Jahre und für sonstige Nebenräume 7 Jahre.

Klaro übersetzt

Du musst die Wohnung selbst renovieren (Wände, Decken, Böden, Heizkörper, Türen, Fenster streichen). Beim Auszug zahlst du anteilig für Renovierungen – je nachdem wie lange du drin gewohnt hast.

Beispiel: Kaution

Original im Vertrag

Der Mieter leistet bei Vertragsbeginn eine Mietsicherheit in Höhe von drei Monatskaltmieten. Der Vermieter ist berechtigt, die Kaution auf ein Sonderkonto anzulegen, das von seinem Vermögen getrennt zu führen ist. Die Zinsen stehen dem Mieter zu und erhöhen die Sicherheit. Nach Beendigung des Mietverhältnisses und vollständiger Erfüllung aller Verpflichtungen des Mieters wird die Kaution zurückgezahlt, wobei der Vermieter berechtigt ist, einen angemessenen Teil der Kaution bis zur Abrechnung der Betriebskosten einzubehalten.

Klaro übersetzt

Du zahlst 3 Monatsmieten als Kaution. Das Geld kommt auf ein Extra-Konto, die Zinsen gehören dir. Nach dem Auszug bekommst du die Kaution zurück – der Vermieter darf einen Teil bis zur Nebenkostenabrechnung behalten.

So funktioniert Klaro: Du lädst deinen Vertrag hoch und bekommst sofort alle Klauseln übersetzt – kurz, verständlich und auf Deutsch.

Vorsicht bei Indexmiete

Die Indexmiete klingt fair – kann aber teuer werden.

Bei einer Indexmiete steigt deine Miete automatisch mit der Inflation. Das Problem: Es gibt keine Kappungsgrenze wie bei normalen Mieterhöhungen (maximal 20% in 3 Jahren).

Achtung: In den letzten Jahren sind Indexmieten durch die hohe Inflation um 15-20% gestiegen – deutlich mehr als bei normalen Mietverträgen.

Tipp: Wenn möglich, verhandle eine normale Miete ohne Index-Bindung. Die Bundesregierung plant zwar eine Regulierung, aber bis dahin trägst du als Mieter das volle Inflationsrisiko.

10 häufig unwirksame Klauseln

Diese Klauseln wurden von Gerichten in der Vergangenheit für unwirksam erklärt. Ob das auf deinen konkreten Fall zutrifft, hängt von den Umständen ab. Klaro hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen – bei Unsicherheiten empfehlen wir, rechtliche Beratung einzuholen.

Gut zu wissen: Gut zu wissen: Gerichte haben solche Klauseln wiederholt für unwirksam erklärt. Klaro hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen – so kannst du selbst einschätzen, ob du weitere Hilfe brauchst.

Quotenabgeltungsklausel

Du sollst anteilig für Schönheitsreparaturen zahlen, auch wenn du unrenoviert eingezogen bist? Das ist unwirksam.

Starre Renovierungsfristen

'Alle 3 Jahre Küche streichen' – solche starren Fristen ohne Berücksichtigung des tatsächlichen Zustands sind unwirksam.

Professionelle Endreinigung

Die Pflicht, einen professionellen Reinigungsdienst zu beauftragen, ist unwirksam. Du darfst selbst gründlich reinigen.

Generelles Tierverbot

Ein pauschales Verbot aller Haustiere ist unwirksam. Kleintiere sind immer erlaubt, bei Hunden/Katzen gilt Einzelfallprüfung.

Besuchsverbot

Klauseln, die Übernachtungsbesuche verbieten oder einschränken, sind unwirksam.

Kündigungsverzicht über 4 Jahre

Ein Kündigungsverzicht für mehr als 4 Jahre ist unwirksam. Du kannst nach 4 Jahren normal kündigen.

Vertragsstrafen

Klauseln, die bei Vertragsverletzung automatisch Geldstrafen vorsehen, sind in Mietverträgen unwirksam.

Verzicht auf Kautionszinsen

Die Kaution muss verzinslich angelegt werden. Ein Verzicht darauf ist unwirksam.

Automatische Mieterhöhung ohne Limit

Mieterhöhungen müssen gesetzliche Grenzen einhalten. Unbegrenzte automatische Erhöhungen sind unwirksam.

Haftungsausschluss des Vermieters

Der Vermieter kann seine Haftung für Mängel nicht pauschal ausschließen.

Was du vor der Unterschrift tun solltest

Nimm dir Zeit vor der Unterschrift. Ein guter Vermieter versteht das.

1

Vertrag vollständig lesen

Lies den gesamten Vertrag, nicht nur die erste Seite. Die wichtigen Klauseln stehen oft am Ende.

2

Kritische Klauseln prüfen

Prüfe besonders: Schönheitsreparaturen, Kaution, Kündigungsfristen, Nebenkosten.

3

Fragen stellen

Wenn du etwas nicht verstehst, frag nach. Ein seriöser Vermieter erklärt gerne.

4

Verhandeln

Formulierungen können angepasst werden. Besonders bei Schönheitsreparaturen lohnt sich das Nachfragen.

5

Zeit nehmen

Lass dich nicht unter Druck setzen. Du hast das Recht, den Vertrag mit nach Hause zu nehmen.

6

Hilfe holen

Bei Unsicherheiten: Mieterverein, Verbraucherzentrale oder Klaro nutzen.

Was kostet eine Vertragsprüfung?

Ein Mietvertrag sollte vor der Unterschrift geprüft werden. Aber was kostet das?

Anwalt für Mietrecht

100-300€

Gründliche juristische Prüfung, aber teuer und oft mehrere Tage Wartezeit.

Mieterverein

60-100€/Jahr

Günstiger, aber du musst Mitglied werden. Wartezeit für Termine üblich.

Klaro

Kostenlos

Sofortige KI-Übersetzung in verständliche Sprache. Keine Anmeldung, keine Wartezeit.

Klaro ersetzt keine Rechtsberatung – aber hilft dir, deinen Vertrag zu verstehen, bevor du unterschreibst.

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Unsere KI übersetzt die Klauseln in verständliche Sprache – kostenlos und in Sekunden.

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Weitere Artikel zum Mietrecht

Häufige Fragen zum Mietvertrag

Muss ich bei Auszug renovieren (Schönheitsreparaturen)?

Das kommt auf die Klausel im Vertrag an. Starre Fristen ('alle 3 Jahre streichen') sind unwirksam. Auch wenn du unrenoviert eingezogen bist, musst du oft nicht renovieren. Lade deinen Vertrag hoch – wir zeigen dir, was gilt.

Wann darf der Vermieter die Miete erhöhen?

Bei normalen Mietverträgen darf die Miete nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete erhöht werden, maximal 20% in 3 Jahren (in angespannten Märkten 15%). Staffel- und Indexmieten folgen anderen Regeln – Vorsicht bei Indexmiete!

Wann bekomme ich meine Kaution zurück?

Nach Auszug hat der Vermieter eine angemessene Frist zur Prüfung – in der Regel 3-6 Monate. Er darf einen Teil für ausstehende Nebenkosten einbehalten, muss den Rest aber zeitnah zurückzahlen.

Kann ich den Mietvertrag vorzeitig kündigen?

Bei unbefristeten Verträgen gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten. Bei Zeitmietverträgen oder Kündigungsverzicht kann es komplizierter sein. Eine vorzeitige Auflösung ist oft nur mit Nachmieter möglich.

Was tun, wenn die Wohnfläche nicht stimmt?

Bei 2/3 aller Wohnungen ist die Fläche falsch angegeben! Weicht sie um mehr als 10% ab, kannst du die Miete mindern. Miss die Wohnung nach Wohnflächenverordnung.

Ist eine Indexmiete gut oder schlecht für mich?

Eher schlecht. Bei hoher Inflation kann deine Miete stark steigen – ohne die übliche Kappungsgrenze von 20% in 3 Jahren. Die Bundesregierung plant eine Regulierung, aber aktuell trägst du das volle Risiko.

Darf ich von zu Hause arbeiten?

Normale Büroarbeit im Home-Office ist erlaubt. Kundenverkehr oder gewerbliche Nutzung mit Außenwirkung braucht die Erlaubnis des Vermieters.

Was tun, wenn ich Klauseln nicht verstehe?

Unterschreibe nichts, was du nicht verstehst! Lade den Vertrag bei Klaro hoch – wir übersetzen ihn in Sekunden. Kostenlos und ohne Anmeldung.

Muss ich die Wände beim Auszug weiß streichen?

Nicht unbedingt. Neutrale, helle Farben reichen oft aus. Die Pflicht zu 'weißen Wänden' ist eine verbreitete Fehlvorstellung. Es kommt auf die konkrete Klausel und den Zustand bei Einzug an.

Lohnt sich ein Anwalt für die Vertragsprüfung?

Ein Anwalt kostet 100-300€. Bei teuren Wohnungen oder komplizierten Verträgen kann sich das lohnen. Für einen ersten Überblick reicht oft Klaro – kostenlos und sofort.

Hinweis: Klaro übersetzt deinen Mietvertrag in verständliche Sprache. Dies ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten rechtlichen Fragen wende dich an einen Mieterverein oder Rechtsanwalt.