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Kündigung in Österreich

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Eine Kündigung in Österreich ist die einseitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer. Seit 30. September 2021 gelten einheitliche Kündigungsfristen für alle Beschäftigten. Laut Statistik Austria (2024) werden jährlich über 850.000 Arbeitsverhältnisse beendet – davon 65% durch Kündigungen.

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Seit 30. September 2021 gelten in Österreich einheitliche Kündigungsfristen für alle Arbeitnehmer – die alte Unterscheidung zwischen Arbeitern und Angestellten ist Geschichte.

USP.gv.at, 2024

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Was ist eine Kündigung in Österreich?

Eine **Kündigung** ist die einseitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch eine Vertragspartei. Anders als bei einer einvernehmlichen Auflösung muss nur eine Seite zustimmen – entweder du oder dein Arbeitgeber.

Überblick über Kündigungsrechte in Österreich

Die rechtliche Definition

Nach § 20 Angestelltengesetz (AngG) kann das Dienstverhältnis von beiden Seiten unter Einhaltung der Kündigungsfrist gekündigt werden. Seit der Harmonisierung 2021 gelten diese Regeln für alle Arbeitnehmer – egal ob früher "Arbeiter" oder "Angestellter".

Zwei Arten der Kündigung

**Ordentliche Kündigung:** Mit Einhaltung der Kündigungsfrist und zu bestimmten Terminen. Das ist der Normalfall. **Außerordentliche Kündigung:** Ohne Frist bei wichtigen Gründen (entspricht einer Entlassung durch den Arbeitgeber oder einem Austritt durch dich).

Kündigung vs. andere Beendigungsarten

**Entlassung:** Sofortige Beendigung durch den Arbeitgeber bei schwerem Fehlverhalten (§ 27 AngG). **Austritt:** Sofortige Beendigung durch dich bei wichtigen Gründen (§ 26 AngG). **Befristung:** Das Arbeitsverhältnis endet automatisch am vereinbarten Datum.

Was änderte sich 2021?

Früher hatten Arbeiter kürzere Kündigungsfristen als Angestellte. Seit 30. September 2021 gelten für alle die gleichen Fristen. Das brachte für viele Arbeiter eine Verbesserung – längere Kündigungsfristen bedeuten mehr Planungssicherheit.

Arbeitnehmer vs. Arbeitgeber Kündigung – Der Unterschied

Ob du kündigst oder gekündigt wirst, macht einen großen Unterschied – rechtlich und praktisch. Hier die wichtigsten Unterschiede:

Vergleich der Kündigungsfristen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Wenn DU kündigst (Arbeitnehmerkündigung)

**Kündigungsfrist:** Immer 1 Monat zum Monatsende – egal wie lange du schon arbeitest. **Kündigungsschutz:** Du brauchst keinen Grund und hast keine Beschränkungen. **Abfertigung Alt:** Verlierst du komplett (außer bei wichtigem Grund). **AMS:** Möglicherweise 4 Wochen Sperre beim Arbeitslosengeld.

Wenn der ARBEITGEBER kündigt

**Kündigungsfrist:** Abhängig von deinen Dienstjahren (1-5 Monate). **Kündigungsschutz:** Kann greifen (Schwangerschaft, Behinderung, Betriebsrat). **Abfertigung Alt:** Behältst du in vollem Umfang. **AMS:** Keine Sperre, sofortiger Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Verschiedene Kündigungstermine

**Du kündigst:** Immer zum Monatsende. Kündigst du am 15. März mit 1 Monat Frist, endest du am 30. April. **Arbeitgeber kündigt:** Je nach Kollektivvertrag zum Monats- oder Quartalsende. In vielen KVs ist Quartalsende üblich (31.3., 30.6., 30.9., 31.12.).

Beispiel für den Unterschied

**Situation:** Maria arbeitet seit 8 Jahren im Unternehmen. **Maria kündigt am 1. Oktober:** Kündigungsfrist 1 Monat, Ende am 31. Oktober. Verliert Abfertigung Alt. **Arbeitgeber kündigt Maria am 1. Oktober:** Kündigungsfrist 2 Monate, Ende am 31. Dezember (Quartalsende). Maria behält Abfertigung.

Du findest detaillierte Informationen zu Abfertigung bei Kündigung und Arbeitslosengeld nach der Kündigung in unseren Ratgebern zur einvernehmlichen Kündigung und zum Arbeitsvertrag in Österreich.

Kündigungsfristen in Österreich berechnen

Die **Kündigungsfristen** hängen davon ab, wer kündigt und wie lange das Arbeitsverhältnis dauert. Seit 2021 gelten einheitliche Regeln für alle Arbeitnehmer.

Kündigungsfristen für Arbeitgeber nach Dienstjahren

Quelle: Statistik Austria 2024

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Deine Kündigungsfrist als Arbeitnehmer

**Immer 1 Monat zum Monatsende** – egal ob du 1 Jahr oder 20 Jahre arbeitest. Diese Frist kann durch Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag verlängert werden, aber nie verkürzt. Kündigst du am 15. Mai, endet dein Arbeitsverhältnis am 30. Juni.

Kündigungsfristen für Arbeitgeber nach Dienstjahren

**Tabelle der gesetzlichen Mindestfristen:** **Bis 2 Jahre:** 6 Wochen zum 15. oder Monatsende **2-5 Jahre:** 2 Monate zum Monats- oder Quartalsende **5-15 Jahre:** 3 Monate zum Monats- oder Quartalsende **15-25 Jahre:** 4 Monate zum Monats- oder Quartalsende **Über 25 Jahre:** 5 Monate zum Monats- oder Quartalsende

Kollektivvertrag kann mehr vorsehen

Viele Kollektivverträge haben längere Fristen oder andere Kündigungstermine. Beispiel Handel: Arbeitgeber können oft nur zum Quartalsende kündigen. Schau in deinen Kollektivvertrag oder frag beim Betriebsrat nach!

Berechnungsbeispiel

**Thomas arbeitet seit 6 Jahren, wird am 10. März gekündigt:** Kündigungsfrist: 3 Monate. Kündigungstermin laut KV: Quartalsende. Nächster Quartalstermin nach 3 Monaten: 30. September. Thomas arbeitet bis 30. September.

Besonderheit Probezeit

In der **Probezeit** (max. 1 Monat) können beide Seiten mit verkürzter Frist kündigen – oft 1 Woche oder 14 Tage. Nach der Probezeit gelten die normalen Kündigungsfristen.

Kündigungstermine verstehen

Nicht jeder Tag ist ein gültiger **Kündigungstermin**. Das Gesetz und Kollektivverträge legen fest, zu welchen Terminen gekündigt werden kann.

Gesetzliche Kündigungstermine

**Für Arbeitnehmer:** Immer zum Monatsende (30./31. des Monats). **Für Arbeitgeber bei unter 2 Jahren:** Zum 15. oder Monatsende. **Für Arbeitgeber ab 2 Jahren:** Zum Monats- oder Quartalsende, je nach Kollektivvertrag.

Was bedeutet Quartalsende?

**Quartalsende** sind die letzten Tage der Quartale: **Q1:** 31. März, **Q2:** 30. Juni, **Q3:** 30. September, **Q4:** 31. Dezember. Viele Kollektivverträge sehen Quartalsende vor – das schützt Arbeitnehmer vor häufigen Kündigungen.

Frist + Termin richtig berechnen

**Schritt 1:** Kündigungsfrist ermitteln (z.B. 2 Monate). **Schritt 2:** Kündigungstermin im KV nachsehen (Monats- oder Quartalsende). **Schritt 3:** Nächstmöglichen Termin nach Ablauf der Frist finden. Nicht der erste mögliche Termin, sondern der erste nach Ablauf der Mindestfrist!

Praktische Beispiele

**Beispiel 1:** Kündigung am 1. Februar, 2 Monate Frist, Quartalsende. Frist läuft bis 1. April, nächster Quarterstermin: 30. Juni. **Beispiel 2:** Kündigung am 20. Juli, 3 Monate Frist, Monatsende. Frist läuft bis 20. Oktober, nächster Monatsendtermin: 31. Oktober.

Kollektivvertrag checken

**Wichtig:** Schau in deinen Kollektivvertrag! Manche Branchen haben Besonderheiten. Beispiel: Im Handel oft nur Quartalsende, im öffentlichen Dienst manchmal andere Regelungen. Bei Unsicherheit: Arbeiterkammer fragen.

Kündigung schriftlich oder mündlich – Was gilt?

Grundsätzlich kann eine **Kündigung mündlich** ausgesprochen werden. Aber Vorsicht: Was nicht beweisbar ist, kann zu Problemen führen.

Was sagt das Gesetz?

**Keine Schriftform vorgeschrieben:** Das Angestelltengesetz verlangt keine schriftliche Kündigung. Eine mündliche Kündigung ist rechtlich gültig. **Aber:** Der Beweis ist schwierig. Wer hat was wann gesagt? Zeugen vorhanden?

Arbeitsvertrag und Kollektivvertrag können Schriftform verlangen

Viele **Arbeitsverträge** enthalten Klauseln wie "Kündigungen bedürfen der Schriftform". Auch **Kollektivverträge** können das vorsehen. Dann ist eine mündliche Kündigung unwirksam!

Was empfiehlt die Praxis?

**Immer schriftlich!** Auch wenn nicht vorgeschrieben. **Für Arbeitnehmer:** E-Mail oder Brief mit Empfangsbestätigung. **Für Arbeitgeber:** Einschreiben oder persönliche Übergabe gegen Empfangsbestätigung.

Was tun bei mündlicher Kündigung?

**Sofort schriftlich bestätigen lassen:** "Hiermit bestätige ich, dass Sie mir heute mündlich die Kündigung zum [Datum] ausgesprochen haben." **Zeugen benennen:** Wer war dabei? **E-Mail nachfassen:** Zur Dokumentation.

Was muss in die Kündigung?

**Eindeutige Erklärung:** "Hiermit kündige ich..." **Kündigungsfrist:** "...unter Einhaltung der Kündigungsfrist von..." **Enddatum:** "...zum [konkretes Datum]." **Unterschrift und Datum** (bei schriftlicher Kündigung).

Kündigung per E-Mail oder WhatsApp – Ist das gültig?

Die **digitale Kündigung** wird immer häufiger. Aber ist sie rechtlich wirksam? Das kommt auf den Einzelfall an.

Kündigung per E-Mail

**Grundsätzlich möglich:** E-Mail ist eine schriftliche Erklärung. **Voraussetzungen:** Eindeutige Absenderidentifikation, klarer Kündigungswille, konkretes Enddatum. **Risiko:** Technische Probleme, Spam-Filter, nachträgliche Löschung. **Empfehlung:** Zusätzlich per Post oder Einschreiben.

Kündigung per WhatsApp oder SMS

**Rechtlich umstritten:** Gerichte sind uneinig. **Pro:** Schriftliche Nachricht, oft Screenshots möglich. **Contra:** Leicht manipulierbar, Absender nicht immer eindeutig identifizierbar. **Risiko sehr hoch:** Besser vermeiden und traditionelle Wege wählen.

Kündigung per Zoom/Teams

**Gilt als mündlich:** Auch wenn aufgezeichnet. **Problem:** Beweiswert umstritten, technische Ausfälle möglich. **Empfehlung:** Sofort schriftlich nachfassen mit "Hiermit bestätige ich unsere heutige Videokonferenz..."

So wird's rechtssicher

**Doppelt absichern:** Digitale Kündigung + Einschreiben. **Empfangsbestätigung:** Lesen-Bestätigung bei E-Mail aktivieren. **Screenshots:** Bei WhatsApp/SMS sofort Screenshots machen. **Nachfassen:** Bei fehlender Antwort telefonisch nachfragen.

Klare Empfehlung

**Für wichtige Kündigungen:** Immer klassisch schriftlich per Post/Einschreiben. **Digitale Kanäle:** Nur als zusätzliche, schnelle Information. **Niemals nur:** WhatsApp, SMS oder Social Media. **Bei Unsicherheit:** Arbeiterkammer oder Rechtsberatung fragen.

Einvernehmliche Kündigung vs normale Kündigung

Eine **einvernehmliche Auflösung** ist keine Kündigung im rechtlichen Sinn, wird aber oft verwechselt. Hier die wichtigsten Unterschiede:

Der grundlegende Unterschied

**Kündigung:** Eine Seite entscheidet allein, die andere muss es akzeptieren. **Einvernehmliche Auflösung:** Beide Seiten müssen zustimmen und können Bedingungen aushandeln.

Kündigungsfristen

**Normale Kündigung:** Gesetzliche Fristen müssen eingehalten werden (1-5 Monate). **Einvernehmliche Auflösung:** Keine Fristen! Ihr könnt auch "ab sofort" vereinbaren.

Kündigungsschutz

**Normale Kündigung:** Kündigungsschutz greift (Schwangerschaft, Behinderung, Betriebsrat). **Einvernehmliche Auflösung:** Kündigungsschutz entfällt komplett! Auch Schwangere können zustimmen.

Abfertigung und AMS

**Arbeitgeberkündigung:** Volle Abfertigung Alt, keine AMS-Sperre. **Arbeitnehmerkündigung:** Abfertigung Alt weg, AMS-Sperre möglich. **Einvernehmliche Auflösung:** Abfertigung bleibt, AMS-Sperre je nach Initiator möglich.

Verhandlungsmöglichkeiten

**Normale Kündigung:** Wenig Verhandlungsspielraum, gesetzliche Ansprüche gelten. **Einvernehmliche Auflösung:** Alles verhandelbar! Abfertigung, Dienstzeugnis, Konkurrenzklausel, Freistellung.

Wann ist was sinnvoll?

**Einvernehmlich sinnvoll:** Wenn du schnell weg willst, bessere Konditionen aushandelbar sind, oder Kündigungsschutz ohnehin nicht greift. **Normale Kündigung sinnvoll:** Bei Kündigungsschutz, wenn Arbeitgeber schlechte Bedingungen anbietet.

Kündigung ohne Grund – Ihre Rechte

In Österreich kann grundsätzlich **ohne Angabe von Gründen** gekündigt werden. Aber es gibt wichtige Ausnahmen und Schutzbestimmungen.

Kündigungsgründe in Österreich 2024

Quelle: Arbeiterkammer Österreich 2024

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Grundsatz: Kündigung ohne Grund möglich

**Für Arbeitgeber:** Können grundsätzlich ohne Grund kündigen, müssen nur Fristen und Termine einhalten. **Für Arbeitnehmer:** Können jederzeit ohne Grund kündigen (1 Monat Frist zum Monatsende).

Wo sind die Grenzen?

**Diskriminierung verboten:** Kündigung wegen Geschlecht, Religion, Herkunft etc. ist rechtswidrig. **Motivkündigung:** Kündigung wegen Schwangerschaft, Behinderung, Betriebsratstätigkeit ist anfechtbar. **Sozialwidrigkeit:** Bei langer Betriebszugehörigkeit kann eine Kündigung sozialwidrig sein.

Diese Kündigungen sind anfechtbar

**Schwangerschaft:** Kündigung während Schwangerschaft bis 4 Monate nach Geburt. **Karenz:** Während Mutterschutz, Elternkarenz. **Behinderung:** Menschen mit Behinderung ab 50% Grad. **Betriebsrat:** Betriebsratsmitglieder und Kandidaten. **Präsenz-/Zivildienst:** Während und kurz nach dem Dienst.

Anfechtung: So geht's

**Frist:** Meist 2 Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeits- und Sozialgericht klagen. **Kosten:** Für Arbeitnehmer meist kostenlos (Verfahrenshilfe). **Beweislast:** Arbeitgeber muss beweisen, dass die Kündigung nicht wegen des geschützten Umstands erfolgte.

Was tun bei verdächtiger Kündigung?

**Sofort reagieren:** 2-Wochen-Frist beachten! **Beweise sammeln:** E-Mails, Zeugen, Dokumente. **Beratung suchen:** Arbeiterkammer, Gewerkschaft, Rechtsanwalt. **Nicht abwarten:** Nach Fristablauf ist Anfechtung meist unmöglich.

Kündigungsschutz und Anfechtung

Der **Kündigungsschutz** schützt bestimmte Arbeitnehmergruppen vor ungerechtfertigten Kündigungen. Wer ist geschützt und wie funktioniert die Anfechtung?

Checkliste für Kündigungsrechte und Schutzbestimmungen

Diese Gruppen sind besonders geschützt

**Schwangere:** Ab Bekanntgabe bis 4 Monate nach Geburt. **Menschen in Karenz:** Mutterschutz, Elternkarenz, Pflegekarenz. **Menschen mit Behinderung:** Ab 50% Behinderungsgrad nach 6 Monaten Beschäftigung. **Betriebsräte:** Während der Funktionsperiode plus Nachwirkungsschutz.

Weiterer Kündigungsschutz

**Präsenzdiener:** 6 Wochen vor bis 6 Wochen nach Präsenz-/Zivildienst. **Lehrlinge:** Besondere Regeln, Kündigung nur bei schweren Pflichtverletzungen. **Ältere Arbeitnehmer:** In manchen Kollektivverträgen ab 50 oder 55 Jahren.

Das Anfechtungsverfahren

**Wo:** Arbeits- und Sozialgericht am Arbeitsort. **Wann:** Meist binnen 2 Wochen nach Kündigungszugang. **Kosten:** Für Arbeitnehmer oft kostenlos (Verfahrenshilfe). **Dauer:** Meist 3-6 Monate bis zum Urteil.

Was passiert bei erfolgreicher Anfechtung?

**Kündigung unwirksam:** Du bist weiter angestellt. **Nachzahlung:** Entgangenes Gehalt muss nachgezahlt werden. **Weiterbeschäftigung:** Du kannst an den Arbeitsplatz zurückkehren. **Alternative:** Oft einvernehmliche Auflösung mit besseren Bedingungen.

Wie sind die Erfolgschancen?

**Bei klarem Schutz:** Sehr gut (Schwangerschaft, Behinderung mit Bescheid). **Bei Motivkündigung:** Abhängig von Beweisen und Umständen. **Bei Sozialwidrigkeit:** Schwieriger, aber möglich bei langer Betriebszugehörigkeit.

Praktisches Vorgehen

**Tag 1:** Kündigung erhalten – Datum notieren. **Tag 2-3:** Arbeiterkammer kontaktieren, Termine vereinbaren. **Tag 4-10:** Beweise sammeln, Zeugen befragen. **Tag 11-14:** Anfechtungsklage einbringen (nicht länger warten!).

Was passiert nach der Kündigung? (Arbeitslosengeld, Krankenversicherung)

Die **Kündigung ist ausgesprochen** – was nun? Arbeitslosengeld, Krankenversicherung, Abfertigung: Hier deine Checkliste für die ersten Schritte.

AMS-Anmeldung: Sofort handeln

**Wann:** Spätestens am ersten Tag nach Beendigung beim AMS melden. **Besser:** Schon 4 Wochen vorher online voranmelden auf ams.at. **Unterlagen:** Abmeldebescheinigung, E-Card, Meldezettel, Kontoverbindung. **Arbeitslosengeld:** Bekommst du ab dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit.

Krankenversicherung nach der Kündigung

**Nachversicherung:** 6 Wochen automatisch kostenfrei bei der ÖGK. **Danach:** Bei AMS-Bezug automatisch weiterversichert. **Ohne AMS-Anspruch:** Selbstversicherung (ca. €65/Monat) oder Mitversicherung bei Familie. **E-Card:** Bleibt gültig, wird automatisch verlängert.

Arbeitslosengeld: Anspruch und Höhe

**Voraussetzung:** 52 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtig in den letzten 24 Monaten. **Höhe:** Ca. 55% des Netto-Einkommens (max. €68,44/Tag, Stand 2025). **Dauer:** 20-52 Wochen je nach Alter und Beitragsjahren. **Sperre:** Möglich bei Selbstkündigung ohne wichtigen Grund.

Abfertigung nach Kündigung

**Abfertigung Alt:** Bei Arbeitgeberkündigung voller Anspruch. Bei Selbstkündigung nur mit wichtigem Grund. **Abfertigung Neu:** Geld in der Mitarbeitervorsorgekasse gehört dir immer. Auszahlung oder weiter ansparen möglich.

Steuern und Sozialversicherung

**Letztes Gehalt:** Wird normal versteuert und mit Sozialversicherung belastet. **Abfertigung:** Begünstigte Besteuerung mit 6% Lohnsteuer. **Arbeitslosengeld:** Steuerfrei, aber pensionsversicherungspflichtig. **Sonderzahlungen:** 13./14. Gehalt anteilig bis zum Austrittsdatum.

Checkliste für die ersten Tage

**Sofort:** AMS online voranmelden. **Tag 1:** Persönlich beim AMS melden. **Erste Woche:** Abmeldebescheinigung vom Arbeitgeber holen. **Erste 2 Wochen:** Abfertigung Alt einfordern, MVK kontaktieren. **Erste 4 Wochen:** Dienstzeugnis anfordern, neue Bewerbungen starten.

Unser Tipp

Melden Sie sich spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit beim AMS. Eine verspätete Meldung kann zu einer Kürzung der Leistungen führen.

Häufige Fehler bei Kündigungen vermeiden

Diese **Kündigungsfehler** kosten Geld, Nerven oder rechtliche Ansprüche. Lerne aus den Fehlern anderer:

Fehler 1: Kündigungsfrist falsch berechnet

**Der Fehler:** "Ich kündige zum 15. März mit einem Monat Frist." **Das Problem:** Als Arbeitnehmer kannst du nur zum Monatsende kündigen. **Richtig:** Kündigung zum 30. April (nächstmöglicher Monatsendtermin nach einem Monat). **Folge:** Unwirksame Kündigung oder längere Bindung.

Fehler 2: Mündliche Kündigung ohne schriftliche Bestätigung

**Der Fehler:** Chef sagt: "Du kannst gehen" – nichts schriftlich. **Das Problem:** Später streitet er es ab oder behauptet andere Modalitäten. **Richtig:** Sofort schriftliche Bestätigung verlangen oder E-Mail schicken: "Bestätige hiermit die mündliche Kündigung von heute." **Folge:** Beweisschwierigkeiten vor Gericht.

Fehler 3: Zu spät beim AMS gemeldet

**Der Fehler:** "Ich melde mich in ein paar Tagen." **Das Problem:** Arbeitslosengeld gibt es erst ab dem Meldedatum, nicht rückwirkend! **Richtig:** Spätestens am ersten Tag nach Beendigung beim AMS. Besser: 4 Wochen vorher online voranmelden. **Folge:** Geld verloren für jeden nicht gemeldeten Tag.

Fehler 4: Abfertigung verschenkt durch Selbstkündigung

**Der Fehler:** "Ich halte es nicht mehr aus, ich kündige!" **Das Problem:** Abfertigung Alt ist bei Selbstkündigung weg – oft Tausende Euro! **Richtig:** Erst prüfen ob wichtiger Grund vorliegt (Mobbing, Gesundheit), dann kündigen. Oder einvernehmliche Auflösung verhandeln. **Folge:** Abfertigung komplett verloren.

Fehler 5: Kündigungsschutz nicht erkannt

**Der Fehler:** Schwangere unterschreibt einvernehmliche Auflösung "weil es einfacher ist". **Das Problem:** Kündigungsschutz ist weg! Schwangere können normalerweise gar nicht gekündigt werden. **Richtig:** Bei Kündigungsschutz NIEMALS einvernehmlich unterschreiben ohne Rechtsberatung. **Folge:** Schutz verloren, den man eigentlich hatte.

Fehler 6: Generalklausel übersehen

**Der Fehler:** Unterschrift unter "alle Ansprüche sind abgegolten" ohne zu wissen, welche das sind. **Das Problem:** Offene Überstunden, Prämien, Spesen können verloren gehen. **Richtig:** Vor Unterschrift alle offenen Ansprüche auflisten und separat regeln. **Folge:** Geld verschenkt, das dir zusteht.

Fehler 7: Anfechtungsfrist verpasst

**Der Fehler:** "Ich warte erstmal ab und schaue, was passiert." **Das Problem:** Anfechtung meist nur 2 Wochen nach Kündigung möglich. **Richtig:** Sofort nach verdächtiger Kündigung rechtliche Beratung suchen. **Folge:** Rechte verfallen, die man hätte durchsetzen können.

Fehler 8: Kollektivvertrag nicht beachtet

**Der Fehler:** Nur das Gesetz kennen, aber nicht den eigenen Kollektivvertrag. **Das Problem:** KV kann bessere Bedingungen, andere Fristen oder zusätzliche Ansprüche vorsehen. **Richtig:** Eigenen Kollektivvertrag kennen oder bei AK/Gewerkschaft nachfragen. **Folge:** Vorteile nicht genutzt oder Fristen falsch berechnet.

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Häufige Fragen zur Kündigung

Was ist eine Kündigung in Österreich?

Eine Kündigung ist die einseitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer unter Einhaltung der Kündigungsfrist. Anders als bei einer einvernehmlichen Auflösung muss nur eine Seite zustimmen. Seit 2021 gelten einheitliche Regeln für alle Arbeitnehmer.

Wie lange ist meine Kündigungsfrist als Arbeitnehmer?

Als Arbeitnehmer hast du immer 1 Monat Kündigungsfrist zum Monatsende – egal wie lange du arbeitest. Kündigst du am 15. Mai, endet dein Arbeitsverhältnis am 30. Juni. Der Kollektivvertrag kann längere Fristen vorsehen, aber nie kürzere.

Wie lange ist die Kündigungsfrist für Arbeitgeber?

Die Kündigungsfrist für Arbeitgeber richtet sich nach deinen Dienstjahren: bis 2 Jahre = 6 Wochen, 2-5 Jahre = 2 Monate, 5-15 Jahre = 3 Monate, 15-25 Jahre = 4 Monate, über 25 Jahre = 5 Monate. Dazu kommen oft Quartalsendtermine aus dem Kollektivvertrag.

Muss eine Kündigung schriftlich erfolgen?

Nein, das Gesetz verlangt keine Schriftform. Mündliche Kündigungen sind grundsätzlich gültig. ABER: Viele Arbeitsverträge und Kollektivverträge schreiben Schriftform vor. Empfehlung: Immer schriftlich wegen der Beweissicherheit.

Kann ich per E-Mail oder WhatsApp kündigen?

E-Mail ist möglich, aber riskant wegen technischer Probleme. WhatsApp/SMS sind sehr umstritten – Gerichte sind uneinig. Empfehlung: Digitale Kündigung nur zusätzlich zu klassischem Brief/Einschreiben verwenden.

Was ist besser: einvernehmliche Auflösung oder Kündigung?

Kommt darauf an! Einvernehmlich: Keine Kündigungsfristen, alles verhandelbar, aber Kündigungsschutz weg und AMS-Sperre möglich. Kündigung: Kündigungsschutz greift, bei Arbeitgeberkündigung keine AMS-Sperre, aber weniger Verhandlungsspielraum.

Kann mein Arbeitgeber mich ohne Grund kündigen?

Ja, grundsätzlich schon. Grenzen: Diskriminierung verboten, Kündigungsschutz bei Schwangerschaft/Behinderung/Betriebsrat greift, bei sehr langer Betriebszugehörigkeit kann Kündigung sozialwidrig sein. Bei verdächtigen Kündigungen: 2 Wochen Anfechtungsfrist beachten!

Wer hat Kündigungsschutz in Österreich?

Besonders geschützt sind: Schwangere bis 4 Monate nach Geburt, Menschen in Karenz, Menschen mit Behinderung ab 50%, Betriebsräte, Präsenz-/Zivildiener. Auch manche Kollektivverträge haben Schutz für ältere Arbeitnehmer ab 50/55 Jahren.

Bekomme ich Abfertigung wenn ich gekündigt werde?

Abfertigung Alt: Bei Arbeitgeberkündigung ja, bei Selbstkündigung nur mit wichtigem Grund. Abfertigung Neu: Das Geld in der MVK gehört immer dir – auch bei Selbstkündigung. Du kannst es auszahlen lassen oder weiter ansparen.

Wann muss ich mich beim AMS melden?

Spätestens am ersten Tag nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses! Besser: Schon 4 Wochen vorher online voranmelden auf ams.at. Arbeitslosengeld gibt es nur ab dem Meldedatum – jeder Tag zählt!

Wann bekomme ich eine AMS-Sperre?

Bei Selbstkündigung ohne wichtigen Grund oder bei selbst initiierter einvernehmlicher Auflösung droht 4 Wochen Sperre. Wichtige Gründe: Gesundheit, Mobbing, unbezahlte Überstunden, Kinderbetreuung. Bei Arbeitgeberkündigung keine Sperre.

Was passiert mit meiner Krankenversicherung nach der Kündigung?

6 Wochen automatische kostenfreie Nachversicherung bei der ÖGK. Danach: Bei AMS-Bezug automatisch weiterversichert. Ohne AMS-Anspruch: Selbstversicherung (ca. €65/Monat) oder Mitversicherung bei Familie möglich.

Kann ich meine Kündigung zurückziehen?

Grundsätzlich nein – Kündigung ist eine bindende Willenserklärung. Ausnahmen: Wenn der Arbeitgeber zustimmt oder bei Irrtum/Drohung. In der Praxis manchmal möglich, wenn noch nicht beim Arbeitgeber angekommen oder beide Seiten einverstanden sind.

Kann ich im Krankenstand gekündigt werden?

Ja, Krankenstand schützt nicht vor Kündigung. Aber: Krankheit darf nicht der Kündigungsgrund sein (Diskriminierung). Bei längerer Krankheit sind sozialwidrige Kündigungen möglich. Besonderer Schutz nur bei Berufsunfähigkeit oder Behinderung.

Wie berechne ich den richtigen Kündigungstermin?

Schritt 1: Kündigungsfrist ermitteln (Gesetz + Kollektivvertrag). Schritt 2: Kündigungstermin im KV checken (Monats- oder Quartalsende). Schritt 3: Nächstmöglichen Termin NACH Ablauf der Mindestfrist finden. Bei Unsicherheit: Arbeiterkammer fragen!

Was ist der Unterschied zwischen Kündigung und Entlassung?

Kündigung: Ordentliche Beendigung mit Kündigungsfrist, meist ohne schwerwiegenden Grund. Entlassung: Außerordentliche Beendigung ohne Frist bei schwerem Fehlverhalten (Diebstahl, Gewalt etc.). Entlassung ist viel schwerwiegender und seltener.

Kann der Arbeitgeber während der Probezeit ohne Grund kündigen?

Ja, in der Probezeit (maximal 1 Monat) kann der Arbeitgeber ohne Angabe von Gründen mit verkürzter Frist kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt meist 1 Woche oder 14 Tage. Nach der Probezeit gelten die normalen Kündigungsfristen und der gesetzliche Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber kann dann nicht mehr grundlos kündigen, sondern benötigt einen wichtigen Grund oder muss die Sozialwidrigkeit prüfen lassen.

Diese Informationen dienen nur zur allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen wende dich an die Arbeiterkammer oder einen Rechtsanwalt. Stand: Januar 2025.