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Mietvertrag kündigen

Fristen, Form & häufige Fehler

Eine Kündigung des Mietvertrags will gut vorbereitet sein. Ob Sie als Mieter ausziehen möchten oder als Vermieter die Wohnung zurückfordern: Die richtigen Fristen und Formalitäten entscheiden über den Erfolg.

Arten der Mietvertragskündigung

Es gibt verschiedene Wege, einen Mietvertrag zu beenden. Die Wahl der richtigen Kündigungsart hängt von Ihrer Situation ab.

52,8% der Deutschen leben zur Miete – über 44 Millionen Menschen in mehr als 20 Millionen Haushalten

Quelle: Deutscher Mieterbund, Mietenreport 2025

Die vier Kündigungsarten

Ordentliche Kündigung: Mit gesetzlicher Frist
Fristlose Kündigung: Bei schweren Verstößen
Sonderkündigung: Bei besonderen Anlässen
Aufhebungsvertrag: Einvernehmliche Beendigung

Ordentliche Kündigung

Der Normalfall: Sie kündigen unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen. Als Mieter können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen.

Tipp: Die Kündigung muss spätestens am 3. Werktag eines Monats eingehen, um zum Ende des übernächsten Monats wirksam zu werden.

Fristlose Kündigung

Bei schwerwiegenden Vertragsverletzungen können beide Seiten sofort kündigen. Typische Gründe:

Gesundheitsgefährdung durch Schimmel, Asbest etc.
Massive Störung des Hausfriedens
Mietrückstand von 2+ Monatsmieten
Erhebliche Vertragsverletzung

Kündigungsfristen im Überblick

Die Kündigungsfristen unterscheiden sich für Mieter und Vermieter erheblich. Als Mieter haben Sie es einfacher.

Infografik: Kündigungsfristen für Mieter und Vermieter

Kündigungsfrist für Mieter

Für Mieter gilt immer die gleiche Frist – egal wie lange Sie schon wohnen:

3 Monate

Bis zum 3. Werktag des Monats für das Monatsende + 3 Monate

Kündigungsfristen für Vermieter

0-5 Jahre Mietdauer3 Monate
5-8 Jahre Mietdauer6 Monate
Über 8 Jahre Mietdauer9 Monate

Wichtig: Die Kündigung muss spätestens am 3. Werktag eines Monats beim Empfänger eingegangen sein, um zum Ende des übernächsten Monats wirksam zu werden.

Das Kündigungsschreiben

Eine Kündigung muss zwingend schriftlich erfolgen (§ 568 BGB). E-Mail, Fax oder WhatsApp reichen nicht!

Vollständige Adressen

Name und Anschrift von Mieter und Vermieter

Datum der Kündigung

Das Ausstellungsdatum des Schreibens

Eindeutiger Betreff

Kündigung des Mietvertrags für [Adresse]

Kündigungstermin

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt oder konkretes Datum

Handschriftliche Unterschrift

Alle Mieter müssen unterschreiben!

Zugangsnachweis

Einschreiben oder Empfangsbestätigung

Sichere Zustellung

Einschreiben mit Rückschein – rechtssicher, aber teuer
Bote mit Zeugenfunktion – kostengünstig und sicher
Persönliche Übergabe mit Empfangsbestätigung

Sonderkündigungsrechte für Mieter

In bestimmten Situationen können Sie mit verkürzter Frist oder außerordentlich kündigen.

197.092 Mietrechtsstreitigkeiten vor Gericht in 2024 – ein Anstieg von 7,8% gegenüber dem Vorjahr

Quelle: Statistisches Bundesamt, Justizstatistik 2024

1

Bei Mieterhöhung

Wenn der Vermieter die Miete erhöht, können Sie mit einer Frist von 2 Monaten zum Ende des übernächsten Monats kündigen.

2

Bei Modernisierung

Nach Ankündigung einer Modernisierung können Sie zum Ende des übernächsten Monats kündigen.

3

Bei Todesfall des Mieters

Erben können den Mietvertrag mit der gesetzlichen Frist kündigen, auch wenn er befristet ist.

4

Bei berufsbedingtem Umzug

Kein Sonderkündigungsrecht! Die normale Frist von 3 Monaten gilt auch bei Jobwechsel.

Wenn der Vermieter kündigt

Vermieter können nicht einfach kündigen. Sie brauchen einen gesetzlich anerkannten Grund.

Grafische Statistik: Eigenbedarfskündigungen in Deutschland

Eigenbedarfskündigung

Der häufigste Kündigungsgrund: Der Vermieter benötigt die Wohnung für sich selbst oder nahe Angehörige. Die Kündigung muss genau begründen, wer einziehen soll und warum.

Vorsicht: Bei etwa der Hälfte der Eigenbedarfskündigungen besteht der Verdacht, dass der Eigenbedarf nur vorgeschoben ist. Prüfen Sie die Begründung genau!

Widerspruchsrecht (Sozialklausel)

Sie können der Kündigung widersprechen, wenn der Auszug für Sie eine besondere Härte bedeuten würde:

Hohes Alter und lange Mietdauer
Schwere Krankheit oder Behinderung
Schulpflichtige Kinder (Schulwechsel)
Sehr lange Mietdauer (20+ Jahre)

Die häufigsten Fehler bei der Kündigung

Diese Fehler können Ihre Kündigung unwirksam machen:

Kündigungsfrist falsch berechnet

Die Kündigung muss bis zum 3. Werktag eines Monats eingehen. Der 4. Januar ist zu spät für Ende März!

Falsche Form (E-Mail, Fax)

Nur ein unterschriebener Brief zählt. E-Mail, Fax, WhatsApp oder mündliche Kündigung sind unwirksam.

Kein Zugangsnachweis

Ohne Beweis des Zugangs kann der Empfänger behaupten, die Kündigung nie erhalten zu haben.

Nicht alle Mieter unterschrieben

Bei einer WG oder Ehepaar müssen alle im Mietvertrag genannten Mieter unterschreiben.

Fehlende Begründung (Vermieter)

Vermieterkündigungen ohne konkreten Grund sind unwirksam. Der Eigenbedarf muss genau begründet werden.

Kündigungsschreiben prüfen

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Häufige Fragen zur Mietvertragskündigung

Wie lange ist die Kündigungsfrist für Mieter?

Für Mieter gilt immer eine Kündigungsfrist von 3 Monaten, unabhängig von der Wohndauer. Die Kündigung muss bis zum 3. Werktag eines Monats eingehen.

Kann ich meinen Mietvertrag mündlich kündigen?

Nein, eine mündliche Kündigung ist unwirksam. Das Gesetz verlangt zwingend die Schriftform mit handschriftlicher Unterschrift (§ 568 BGB).

Kann ich eine Kündigung zurücknehmen?

Eine Kündigung kann nur mit Zustimmung der anderen Seite zurückgenommen werden. Der Vermieter muss also einverstanden sein.

Was kann ich gegen eine Eigenbedarfskündigung tun?

Prüfen Sie die Begründung genau. Sie können Widerspruch einlegen (Härtefall) oder die Kündigung vom Anwalt prüfen lassen. Oft ist der Eigenbedarf nicht ausreichend belegt.

Ab wann kann mir wegen Mietrückstand gekündigt werden?

Der Vermieter kann fristlos kündigen, wenn Sie mit 2 Monatsmieten in Verzug sind oder an 2 aufeinanderfolgenden Terminen mit je einer Monatsmiete.

Kann ich mit einem Nachmieter früher aus dem Vertrag?

Nur wenn der Vermieter zustimmt. Es gibt kein gesetzliches Recht auf Nachmieterstellung. Aber: Viele Vermieter stimmen zu, wenn der Nachmieter solvent ist.

Muss ich bei Auszug renovieren?

Nur wenn dies im Mietvertrag wirksam vereinbart wurde. Starre Fristen-Klauseln sind unwirksam. Im Zweifel: Klausel prüfen lassen!

Wann bekomme ich meine Kaution zurück?

Der Vermieter hat bis zu 6 Monate Zeit, die Kaution abzurechnen. Er darf einen Teil für die Nebenkostenabrechnung zurückhalten.

Kann ich einen Zeitmietvertrag vorzeitig kündigen?

Grundsätzlich nein. Ein Zeitmietvertrag endet automatisch zum vereinbarten Datum. Eine vorzeitige Kündigung ist nur bei wichtigem Grund (fristlos) möglich.

Wie lege ich Widerspruch gegen eine Kündigung ein?

Der Widerspruch muss schriftlich erfolgen, spätestens 2 Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist. Begründen Sie die Härte (Alter, Krankheit, Kinder etc.).

Was gilt als Härtefall bei einer Kündigung?

Härtefälle sind: hohes Alter, schwere Krankheit, Schwangerschaft, schulpflichtige Kinder, sehr lange Mietdauer, fehlender Ersatzwohnraum in der Region.

Können nur einzelne Mieter aus dem Vertrag austreten?

Nicht einseitig. Alle Mieter müssen gemeinsam kündigen oder der Vermieter muss einer Vertragsänderung zustimmen.

Was passiert mit meinem Untermieter bei Kündigung?

Der Untermieter hat kein eigenes Mietverhältnis mit dem Vermieter. Wenn Sie kündigen, muss auch der Untermieter ausziehen.

Reicht eine eingescannte Unterschrift?

Nein. Die Unterschrift muss handschriftlich im Original sein. Kopien, Scans oder digitale Unterschriften sind nicht ausreichend.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Mietrecht.