Zurück zur Startseite
klaro.legal

Maklergebühr verstehen

Provision, Maklervertrag und Klauseln — kostenlos in Alltagssprache erklärt.

Die Maklergebühr ist oft der größte Nebenposten beim Immobilienkauf oder bei der Wohnungssuche. Doch wer zahlt eigentlich, wie viel ist normal, und wann darf ein Makler überhaupt etwas verlangen? Dieser Ratgeber erklärt alles in einfacher Sprache.

Dokument hochladen

Benjamin SchlunkMartin Schenk

Benjamin Schlunk (Jurist) & Martin Schenk (Ingenieur)

Kein Konzern. Zwei echte Menschen, die dafür geradestehen.

Server in DeutschlandOriginal nicht gespeichertKein Datenverkauf

Fotografiere alle Seiten deines Dokuments nacheinander

Tipp für bessere Erkennung:

Halte das Handy quer und fotografiere nur eine halbe Seite pro Foto. So wird der Text größer und besser erkannt.

Vertrag, Behördenbrief oder AGB – wir markieren das Wichtige

KI-generiert · Keine Rechtsberatung · Nur Vereinfachung

Zuletzt aktualisiert

Was ist eine Maklergebühr?

Eine Maklergebühr ist die Provision, die ein Immobilienmakler für seine Vermittlungsleistung bekommt. Sie wird nur fällig, wenn durch seine Tätigkeit tatsächlich ein Vertrag abgeschlossen wird.

Nur bei Erfolg fällig

Ein Makler darf seine Provision erst verlangen, wenn ein Kauf- oder Mietvertrag zustande gekommen ist. Bloße Besichtigungen oder Gespräche ohne Abschluss begründen keinen Zahlungsanspruch. Das regelt § 652 BGB.

Kausalität ist Pflicht

Die Vermittlung des Maklers muss ursächlich für den Vertragsschluss sein. Hat der Käufer die Immobilie schon vorher gekannt, kann der Provisionsanspruch entfallen.

Courtage oder Provision

Maklergebühr, Provision, Courtage — alle drei Begriffe meinen dasselbe. Sie bezeichnen die erfolgsabhängige Vergütung des Maklers für eine nachgewiesene Vermittlung.

Schriftlich vereinbaren

Seit Dezember 2020 muss der Maklervertrag beim Kauf von Einfamilienhäusern und Wohnungen schriftlich abgeschlossen werden. Eine mündliche Vereinbarung reicht dann nicht mehr aus.

Maklergebühr

Die Maklergebühr (auch Maklerprovision oder Courtage) ist die Vergütung, die ein Makler erhält, wenn er erfolgreich einen Kauf- oder Mietvertrag vermittelt hat. Sie entsteht erst, wenn ein Vertrag tatsächlich zustande kommt.

Wer zahlt die Maklerprovision? Kauf vs. Miete

Die Zahlungspflicht hängt davon ab, ob es um Kauf oder Miete geht. Zwei verschiedene Gesetze regeln das — mit unterschiedlichen Ergebnissen.

Wer zahlt

Beim KaufKäufer und Verkäufer teilen sich die Provision je zur Hälfte — seit dem Gesetz vom 23.12.2020.
Bei der MieteWer den Makler beauftragt hat, zahlt. Das ist meist der Vermieter (Bestellerprinzip seit 01.06.2015).

Gesetzliche Grundlage

Beim KaufGesetz über Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser (§§ 656a–656d BGB).
Bei der Miete§ 2 Abs. 1a WoVermG: Der Mieter darf nur zahlen, wenn er den Makler selbst beauftragt hat.

Höchstbetrag

Beim KaufKein gesetzlicher Höchstbetrag. Üblich sind 3–7 % des Kaufpreises inkl. MwSt., je nach Bundesland.
Bei der MieteMaximal zwei Nettokaltmieten plus Mehrwertsteuer (§ 3 Abs. 2 WoVermG).

Ausnahmen

Beim KaufGilt nur für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Für Mehrfamilienhäuser und Gewerbe gelten andere Regeln.
Bei der MieteBeauftragt der Mieter selbst einen Makler zur Wohnungssuche, kann er zur Zahlung verpflichtet sein.

Wie hoch ist die Maklergebühr? Berechnung Schritt für Schritt

Die Höhe der Provision variiert je nach Bundesland und Vereinbarung. So lässt sich der Betrag konkret ausrechnen.

1

Schritt 1: Kaufpreis feststellen

Basis der Berechnung ist der vereinbarte Kaufpreis. Beispiel: Eine Eigentumswohnung kostet 400.000 €.

2

Schritt 2: Provisionssatz kennen

Je nach Bundesland liegt die Gesamtprovision zwischen 3,57 % und 7,14 % inkl. MwSt. In Bayern, NRW und vielen anderen Ländern sind 7,14 % Gesamtprovision üblich. In Berlin, Brandenburg und Hamburg waren teils niedrigere Sätze üblich.

3

Schritt 3: Halbteilung anwenden

Beim Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern zahlt jede Seite maximal die Hälfte. Bei 7,14 % Gesamtprovision trägt der Käufer also 3,57 % des Kaufpreises.

4

Schritt 4: Betrag ausrechnen

400.000 € × 3,57 % = 14.280 € Käuferanteil. Bei einem Kaufpreis von 300.000 € wären es 10.710 €, bei 500.000 € wären es 17.850 €.

5

Schritt 5: Fälligkeit prüfen

Die Provision wird erst fällig, wenn der Kaufvertrag beim Notar beurkundet ist. Viele Maklerverträge knüpfen die Zahlung zudem an den Eingang des Kaufpreises beim Verkäufer.

Maklervertrag: Klauseln in Klartext

Maklerverträge enthalten oft Formulierungen, die auf den ersten Blick schwer verständlich sind. So übersetzt klaro.legal die wichtigsten Klauseln.

Alleinauftrag

Der Auftraggeber verpflichtet sich, die Vermarktung ausschließlich dem Makler zu überlassen und während der Laufzeit keine anderen Makler zu beauftragen.

Du darfst während der Vertragslaufzeit keinen anderen Makler einschalten. Verkaufst du selbst, kann trotzdem eine Provision fällig werden — das steht oft im Kleingedruckten.

Provisionspflicht bei Eigenverkauf

Der Provisionsanspruch entsteht auch dann, wenn der Auftraggeber das Objekt an eine Person veräußert, der der Makler das Objekt nachgewiesen hat.

Wenn der Makler dir einen Interessenten gezeigt hat und du später selbst an diese Person verkaufst, bekommt der Makler trotzdem seine Provision.

Reservierungsgebühr

Zur Reservierung des Objekts bis zum Notartermin wird eine Reservierungsgebühr von X Euro vereinbart, die auf die Maklerprovision angerechnet wird.

Eine Reservierungsgebühr vor Vertragsschluss ist in der Regel unzulässig. Solche Klauseln sind nach der Rechtsprechung des BGH oft unwirksam.

Widerrufsbelehrung

Der Auftraggeber hat das Recht, diesen Vertrag binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen.

Du kannst einen online oder telefonisch abgeschlossenen Maklervertrag 14 Tage lang widerrufen. Fehlt diese Belehrung, verlängert sich die Frist laut § 356 Abs. 3 BGB erheblich.

Aufwandspauschale

Im Falle des Widerrufs oder der Kündigung hat der Makler Anspruch auf Ersatz der nachgewiesenen Aufwendungen.

Manche Makler verlangen eine Kostenpauschale, auch wenn kein Vertrag zustande kommt. Solche Klauseln sind häufig unwirksam und sollten genau geprüft werden.

Checkliste: Diese Maklergebühren sind unzulässig

Nicht jede Forderung eines Maklers ist rechtens. Diese Punkte helfen dabei zu erkennen, wann eine Gebühr unzulässig sein kann.

Provision ohne Vertragsabschluss

Ein Makler darf keine Provision fordern, wenn kein Kauf- oder Mietvertrag zustande gekommen ist. Besichtigungsgebühren sind grundsätzlich unzulässig.

Reservierungsgebühr vor Notartermin

Gebühren nur zur Reservierung einer Immobilie — ohne echte Gegenleistung — sind nach der BGH-Rechtsprechung in der Regel unwirksam.

Mieter zahlt bei Vermieter-Auftrag

Hat der Vermieter den Makler beauftragt, darf der Makler vom Mieter keine Provision verlangen. Das ist seit 2015 verboten (§ 2 Abs. 1a WoVermG).

Mietprovision über zwei Nettokaltmieten

Bei Mietwohnungen ist die Provision auf zwei Nettokaltmieten plus MwSt. begrenzt. Höhere Forderungen verstoßen gegen § 3 Abs. 2 WoVermG.

Provision ohne schriftlichen Vertrag beim Kauf

Bei Einfamilienhäusern und Wohnungen muss der Maklervertrag seit 2020 schriftlich abgeschlossen sein. Fehlt die Schriftform, ist der Vertrag unwirksam.

Maklergebühr verstehen: Provisionsvertrag und Maklervertrag erklärt

Maklervertrag widerrufen oder kündigen

Wer einen Maklervertrag online oder telefonisch abgeschlossen hat, hat ein gesetzliches Widerrufsrecht. Auch eine Kündigung ist unter bestimmten Bedingungen möglich.

14 Tage Widerrufsrecht

Bei Fernabsatzverträgen — also online, per E-Mail oder Telefon abgeschlossenen Maklerverträgen — gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen nach Vertragsschluss (§ 355 BGB).

Verlängerte Frist bei fehlender Belehrung

Hat der Makler nicht ordnungsgemäß über das Widerrufsrecht informiert, beginnt die 14-Tage-Frist nicht zu laufen. Die Widerrufsmöglichkeit bleibt dann deutlich länger bestehen.

Kündigung des Alleinauftrags

Ein Alleinauftrag hat eine bestimmte Laufzeit. Nach Ablauf dieser Frist kann er gekündigt werden. Für die Dauer des Auftrags ist eine ordentliche Kündigung oft ausgeschlossen.

Kosten nach Kündigung

Hat der Makler bereits nachweisbaren Aufwand betrieben, können auch nach einer Kündigung Kosten anfallen — sofern das im Vertrag wirksam vereinbart wurde.

Maklergebühr verstehen: Provisionsvertrag und Maklervertrag erklärt

Maklergebühr steuerlich absetzen

Ob die Maklergebühr steuerlich geltend gemacht werden kann, hängt vom Verwendungszweck der Immobilie ab. Eine pauschale Antwort gibt es nicht.

Vermietete Immobilien

Wer eine Immobilie kauft oder vermietet, um daraus Mieteinnahmen zu erzielen, kann die Maklerprovision als Werbungskosten oder Anschaffungsnebenkosten steuerlich berücksichtigen.

Selbst genutztes Eigentum

Beim Kauf einer selbst genutzten Immobilie ist die Maklerprovision in der Regel nicht abzugsfähig. Sie erhöht jedoch die Anschaffungskosten und ist damit bei einem späteren Verkauf relevant.

Umzug aus beruflichen Gründen

Maklerkosten für eine neue Mietwohnung können als Werbungskosten absetzbar sein, wenn der Umzug überwiegend beruflich veranlasst ist.

Im Zweifel: Steuerberater fragen

Die steuerliche Behandlung hängt stark vom Einzelfall ab. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, spricht das Thema mit einem Steuerberater ab.

Wann wird die Maklerprovision fällig?

Die Provision entsteht nicht sofort — sie durchläuft mehrere Stationen. Dieser Ablauf ist beim Immobilienkauf typisch.

1

Maklervertrag abschließen

Mit der Unterschrift unter den Maklervertrag startet die Zusammenarbeit. Noch keine Provision fällig.

2

Nachweis oder Vermittlung

Der Makler zeigt die Immobilie nach oder führt die Verhandlungen. Der Anspruch entsteht noch nicht.

3

Notarieller Kaufvertrag

Erst wenn der Kaufvertrag beim Notar beurkundet ist, entsteht der Provisionsanspruch. Das ist der entscheidende Moment.

4

Rechnung des Maklers

Der Makler stellt eine Rechnung aus. Üblich ist eine Zahlungsfrist von etwa 14 Tagen nach Rechnungsdatum.

5

Zahlung

Manche Verträge knüpfen die Fälligkeit an den Eingang des Kaufpreises beim Verkäufer. Dann zahlt der Käufer die Provision erst nach seiner eigenen Kaufpreiszahlung.

Maklergebühr verstehen: Provisionsvertrag und Maklervertrag erklärt

Checkliste: Das muss im Maklervertrag stehen

Ein wirksamer Maklervertrag enthält bestimmte Mindestangaben. Diese fünf Punkte sind beim Durchlesen besonders wichtig.

Schriftform eingehalten

Bei Kauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern muss der Maklervertrag schriftlich vorliegen. Eine E-Mail oder ein unterschriebenes Dokument genügt.

Provisionshöhe klar benannt

Der Prozentsatz und die Berechnungsbasis müssen eindeutig stehen. Vage Formulierungen wie 'ortsübliche Provision' können zu Streit führen.

Widerrufsbelehrung enthalten

Bei Fernabsatzverträgen muss eine vollständige Widerrufsbelehrung beiliegen. Fehlt sie, verlängert sich die Widerrufsfrist.

Laufzeit und Kündigung geregelt

Alleinaufträge haben eine Laufzeit. Es sollte klar sein, wann der Auftrag endet und wie er beendet werden kann.

Keine unzulässigen Extragebühren

Aufwandspauschalen, Besichtigungsgebühren oder Reservierungsgebühren ohne echte Gegenleistung sind häufig unwirksam und ein Warnsignal.

Primärquellen & weiterführende Informationen

Direkt zu den maßgeblichen Texten:

Lade deinen Maklervertrag hoch — wir erklären in Klartext, was drinsteht.

PDF oder Foto hochladen, in 60 Sekunden verständlich erklärt, kostenlos.

Server in DeutschlandOriginal nicht gespeichertKein Datenverkauf

Fotografiere alle Seiten deines Dokuments nacheinander

Tipp für bessere Erkennung:

Halte das Handy quer und fotografiere nur eine halbe Seite pro Foto. So wird der Text größer und besser erkannt.

Vertrag, Behördenbrief oder AGB – wir markieren das Wichtige

KI-generiert · Keine Rechtsberatung · Nur Vereinfachung

Verwandte Ratgeber

Häufige Fragen zur Maklergebühr

Wie hoch ist die Maklerprovision beim Hauskauf?

Die Gesamtprovision liegt je nach Bundesland zwischen 3,57 % und 7,14 % des Kaufpreises inkl. MwSt. Seit Dezember 2020 darf der Käufer beim Kauf von Wohnungen oder Einfamilienhäusern maximal die Hälfte der vereinbarten Gesamtprovision zahlen.

Muss ich dem Makler etwas zahlen, wenn kein Kauf zustande kommt?

Nein. Die Maklerprovision wird nur fällig, wenn ein Kauf- oder Mietvertrag tatsächlich abgeschlossen wird. Bloße Besichtigungen oder Gespräche begründen keinen Anspruch. Das ist in § 652 BGB geregelt.

Muss der Mieter dem Makler eine Provision zahlen?

Nur dann, wenn der Mieter den Makler selbst beauftragt hat. Hat der Vermieter den Makler beauftragt, darf dieser vom Mieter keine Gebühr verlangen. Das gilt seit dem Bestellerprinzip vom 01.06.2015 (§ 2 Abs. 1a WoVermG).

Kann ich einen Maklervertrag widerrufen?

Ja, wenn der Vertrag online, per E-Mail oder Telefon abgeschlossen wurde, gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen nach Vertragsschluss (§ 355 BGB). Hat der Makler keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung erteilt, verlängert sich diese Frist erheblich.

Wann ist die Maklerprovision fällig?

Die Provision wird fällig, wenn der Kaufvertrag beim Notar beurkundet wurde und der Makler eine Rechnung stellt. Manche Verträge sehen vor, dass die Zahlung erst nach Eingang des Kaufpreises beim Verkäufer zu leisten ist.

Kann man die Maklerprovision verhandeln?

Grundsätzlich ist die Provision frei verhandelbar, da es keinen gesetzlichen Festsatz gibt. In der Praxis gibt es regional übliche Sätze. Manche Makler sind zu Verhandlungen bereit, insbesondere bei hochpreisigen Immobilien oder günstigen Marktbedingungen.

Ist eine Reservierungsgebühr des Maklers zulässig?

In der Regel nein. Reservierungsgebühren ohne echte Gegenleistung vor Vertragsschluss hat der BGH in mehreren Entscheidungen für unwirksam erklärt. Sie gelten als unzulässige Umgehung des Erfolgsprinzips aus § 652 BGB.

Kann ich die Maklerprovision von der Steuer absetzen?

Das hängt vom Verwendungszweck ab. Bei vermieteten Immobilien ist die Provision als Werbungskosten oder Anschaffungsnebenkosten steuerlich berücksichtigungsfähig. Bei selbst genutztem Eigentum ist ein direkter Abzug in der Regel nicht möglich.

Was passiert, wenn ich den Maklervertrag kündige?

Beim Alleinauftrag ist eine Kündigung während der vereinbarten Laufzeit meist ausgeschlossen. Nach Ablauf ist er kündbar. Hat der Makler bereits Aufwand betrieben, können wirksam vereinbarte Kostenerstattungsklauseln greifen — vorausgesetzt, diese sind nicht unwirksam.

Muss der Maklervertrag beim Hauskauf schriftlich sein?

Ja, seit dem 23. Dezember 2020 ist die Schriftform für Maklerverträge beim Kauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen gesetzlich vorgeschrieben (§ 656a BGB). Ohne schriftlichen Vertrag ist die Provisionsvereinbarung unwirksam.

Dieser Ratgeber erklärt allgemeine Zusammenhänge und ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen zu deinem Maklervertrag wende dich an eine Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt.